Kirche Steiermark
Am Fuß des Zirbitzkogels
- Dass der Glaube Menschen bewegt, wird bei Wallfahrten, Bergmessen, oder in ganz anderer Weise bei der Lobpreisveranstaltung „Night of Revelation“ in Zeltweg erlebbar.
- Foto: Pfarre Obdach
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Der Seelsorgeraum Judenburg-Obdacherland vernetzt 14 traditionsreiche Pfarren im Murtal, fördert unterschiedliche Charismen und hütet das „Lagerfeuer“ des Glaubens.
Ihr Seelsorgeraum aus der Luft betrachtet, was sticht besonders ins Auge?
Pfarrer Rudolf Rappel, SL: Seit 30. März 2025 besteht unserer SR in dieser Form: Dazu gehören nun das Obdacherland mit seinem markanten Zirbitzkogel und Obdach als Mitte sowie die Judenburger Pfarren mit den zwei Städten Zeltweg und Judenburg. Die insgesamt 14 Pfarren in ihrer Unterschiedlichkeit bergen Kostbarkeiten wie die Filialkirche Kathal und die Wallfahrtskirche Maria Buch als spezielle Orte. Ein Großteil dieser Pfarren ist mit der Mur in Richtung Westen, in Richtung ihres Ursprungs verbunden. Mit Frauenburg blicken wir auf eine der ältesten Kirchen unseres Landes. In Maria Buch, dem gerne aufgesuchten Marienheiligtum unseres Murtals, zeigt sich die Schönheit und Kraft des pilgernden Unterwegsseins ganz besonders.
Jede Pfarre hat ihre unverwechselbare Geschichte, der im Hier und Jetzt und Nun des langsamen Zusammenwachsens respektvoll zu begegnen ist. Für mich macht den SR besonders aus, dass Getaufte ihre Berufung vor Ort in den vielfältigen Aufgaben des ehrenamtlichen Engagements leben und das „Lagerfeuer“ der Kirche einladend, offen, wertschätzend hüten. Es tut gut, dass das Gefühl der größeren Zusammengehörigkeit zart wächst.
Wie war der Prozess der SR-Werdung, und gibt es gemeinsame Angebote?
Walter Steinwidder, HBP: Die Startphase war turbulent! Gestartet wurde seinerzeit mit den Pfarren rund um Judenburg. Die Steuerungsgruppe und der Pastoralrat haben als Multiplikatoren den mit dem Seelsorgeraumgedanken einhergehenden Kulturwandel in die Pfarren getragen, pastorale Überlegungen wurden erstmals auf sehr breiter Basis und unter Beteiligung vieler besprochen – und das alles unter dem Vorzeichen der Pandemie. In diesem Zeitraum wechselten auch der Seelsorgeraumleiter und die Handlungsbevollmächtigte für Verwaltung in andere Seelsorgeräume. Gott sei Dank fand das neue Führungsteam sehr rasch zusammen und konnte mit den vielen ehrenamtlich Engagierten einen Pastoralplan erstellen. Scheinbar am Ziel angelangt, kam erneut eine Herausforderung: mit den Pfarren des Obdacherlandes wurde das Gebiet des SR deutlich erweitert.
Mit der neuen Zeitung Vernetzt wurde für den Teilbereich Judenburg ein neues Seelsorgeraumblatt geschaffen. Aus- und Fortbildungen für ehrenamtlich Engagierte (Wort-Gottes-Feiern, Moderationskurs usw.) und spirituelle Angebote (Einkehrtage, Night of Revelation, Taizé-Gebet) werden auf Seelsorgeraumebene angeboten. Das Tun des Katholischen Bildungswerks wird in Schwerpunktpfarren gebündelt. Derzeit wird an einem Relaunch der Homepage und des Social-Media-Auftritts bzw. an der neuen Zielsetzung gemäß der Diözesanstrategie gearbeitet. Parallel dazu wird – mit Blick auf die kommende PGR-Periode – unter Beteiligung vieler schon überlegt, welche Strukturen die Pfarren und der Seelsorgeraum brauchen, damit sich möglichst viele mit ihren jeweiligen Charismen einbringen können und die Kernaufgaben von Kirche im Fokus bleiben.
Was waren die größten Herausforderungen in der Verwaltung?
Heinz Perner, HBV: Pensionierungen und Personalwechsel innerhalb der Verwaltung waren durchaus Herausforderungen, dabei wurde unsererseits auf eine gute Einschulung und Begleitung Wert gelegt – und das bei laufendem Betrieb. Zeit- und arbeitsintensiv war auch die Umsetzung zahlreicher Aktivitäten: In Zeltweg wurde eine Orgel angekauft und restauriert, das Pfarrheim saniert und mit einer PV-Anlage auf den neuesten Stand gebracht. In Judenburg-St. Magdalena, Scheiben und Weißkirchen wurden die Pfarrhöfe verkauft und Alternativen geschaffen. In Judenburg-St. Nikolaus, Scheiben und Maria Buch werden laufend Renovierungsarbeiten durchgeführt. Ebenso werden die Pfarren des Obdacherlandes intensiv vor Ort unterstützt.
Als deutliche Entlastung hat sich die Übertragung der Pfarrkindergärten an KiB³ bzw. WIKI entpuppt. Abgeschlossen sind die Orgelrenovierung in Judenburg-St. Nikolaus und die Sanierung der Krippenanlage, die ab sofort ganzjährig in der Pfarrkirche bestaunt werden kann.
Gebet bewegt und verbindet
Viele junge Menschen sprechen die spirituellen Angebote im SR an.
Gebet, Glaubenszeugnisse, moderne Musik, Spiele, gemütliches Beisammensein mit guter Bewirtung – zu all dem wird monatlich nach Zeltweg eingeladen, wenn die „Night of Revelation“ – die „Nacht der Offenbarung“ – gefeiert wird. Die Zahl der teilnehmenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen steigt stetig an, da dieses innovative Angebot schon über die Grenzen des Seelsorgeraums hinaus bekannt ist und auch von Interessierten aus benachbarten Orten genutzt wird.
Meditative Lieder und besinnliche Texte bei Kerzenschein sind die Grundlagen des Taizé-Gebetes, das schon seit vielen Jahren von Christine und Kurt Gregurka, Gabi Eltner und Christian Reisz – monatlich in einer anderen Pfarre – gestaltet wird.
Im Obdacherland bilden Fußwallfahrten, Bergmessen, Andachten und spirituelle Angebote in freier Natur einen gut angenommenen Schwerpunkt. Besonders erfreulich ist, dass viele junge Erwachsene und Familien daran teilnehmen.
Im Blickpunkt
- Das Seelsorgeraum-Führungsteam im Seelsorgeraum Judenburg-Obdacherland besteht aus (v. l.) Heinz Perner als Handlungsbevollmächtigtem für Verwaltung, Pfarrer Rudolf Rappel als Leiter des Seelsorgeraums und Walter Steinwidder als Handlungsbevollmächtigtem für Pastoral.
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- Aus- und Fortbildungen. Nicht nur ehrenamtlich Mitarbeitende werden regelmäßig zu Austauschtreffen und Fortbildungen eingeladen, auch das Team der Hauptamtlichen bildet sich regelmäßig bei Teamtreffen und Klausuren (Bild) weiter. Damit ist gewährleistet, dass sich der SR weiterentwickelt und am Puls der Zeit bleibt.
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- Maria Buch. Ein geistliches Zentrum ist die Wallfahrtskirche Maria Buch. Gut angenommen werden die Messen am 13. jedes Monats (meist mit Lichterprozession), die Marienfeiertage (besonders am 15. August mit traditionellem Markt), die Angebote zur Beichte, die liebevoll gestalteten Wort-Gottes-Feiern und der „Kirchenladen“.
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- Freunde der Kirchenmusik. 2017 wurde der Verein in Judenburg gegründet mit dem Ziel, in geregelten Abständen die Sonntagsmessen und Hochämter durch Musik auf hohem künstlerischen Niveau mitzugestalten. Durch Spenden der Förderer gelang es bislang, rund 100 verschiedene Ensembles einzuladen.
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Zahlen und Fakten
SR Judenburg-Obdacherland
Diese 14 Pfarren gehören zum SR: Frauenburg, Judenburg-St. Magdalena, Judenburg-St. Nikolaus, Kleinfeistritz, Obdach, Scheiben, St. Anna am Lavantegg, St. Georgen bei Obdach, St. Georgen ob Judenburg, St. Peter ob Judenburg, St. Wolfgang bei Obdach, Unzmarkt, Weißkirchen, Zeltweg.
Außerdem das Kuratbenefizium Maria Buch und die Krankenhausseelsorge im LKH Judenburg.
Kontakt:
SL Pfarrer Rudolf Rappel
0676/8742 6244
rudolf.rappel@graz-seckau.at
HBP Diakon Walter Steinwidder:
0664/404 830 1
walter.steinwidder@graz-seckau.at
HBV Heinz Perner
0664/751 017 48
heinz.perner@graz-seckau.at
Weiters im Seelsorgeteam:
Pfarrer: Heimo Schäfmann (stellv. Leiter); Vikare: Barnabe Nziranziza, Sorin Brandiu; Kaplan: Elijah Kwizera; em. Pfarrer: Ferdinand Sattler, Florian Zach; Pastoralreferentinnen: Anna Maria Koini, Waltraud Mayr-Hammerl, Michaela Horn-Perner (Pflegeheime), Juliana Riegelnegg (LKH Judenburg); Pastorale Mitarbeiterin: Irene Guggenberger
Kanzleiteam: Maria Kaltenegger, Birgit Kamper, Hannelore Richter, Ingeborg Rumpf, Renate Schranz
Legende
SR = Seelsorgeraum
SL = Seelsorgeraumleiter
HBP = Handlungsbevollmächtigte/r für Pastoral
HBV = Handlungsbevollmächtigte/r für Verwaltung
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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