Kroatien
30. Jahrestag der Anerkennung ihrer Unabhängigkeit gefeiert

Kroatien ist seit 30 Jahren ein unabhängiger Staat.

Unabhängigkeit. Der Vatikan gilt als Geburtshelfer des unabhängigen Kroatiens.

Vertreter aus Kirche, Staat und Gesellschaft haben in Zagreb an einem Gottesdienst zum 30. Jahrestag der internationalen Anerkennung Kroatiens teilgenommen. Drei Jahrzehnte seien keine lange Zeit für ein Land, genügten aber, „um die Werte seines Wachstums zu erkennen, die Erinnerung an den Weg zu stärken, neue Herausforderungen in Betracht zu ziehen und einen zuversichtlicheren Schritt in die Zukunft zu machen“, sagte Kardinal Josip Bozanic in seiner Predigt. Die Messe in der St.-Blasius-Kirche feierten unter anderen der Apostolische Nuntius in Kroatien, Erzbischof Giorgio Lingua, sowie Premierminister Andrej Plenkovic und Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic mit.

Nach der Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien war Kroatien am 13. Jänner 1992 zuerst vom Heiligen Stuhl anerkannt worden, der in der Anerkennung der Unabhängigkeit des neuen Staates eine Schlüsselrolle spielte. Zwei Tage später folgten – insbesondere auf den Druck Deutschlands hin – die Mitgliedsstaaten der damaligen Europäischen Gemeinschaft sowie Kanada, Ungarn, Malta, Polen und auch Österreich. Der Heilige Stuhl sei „stolz darauf, dass er diesem Land von Anfang an sein volles Vertrauen geschenkt hat“, erklärte Nuntius Lingua und verwies ausdrücklich auf die „prophetische Intuition“ des heiligen Papstes Johannes Pauls II.

Der Papst aus Polen war einer der entschiedensten Befürworter der Unabhängigkeit Kroatiens gewesen. Nach der Militärintervention der Jugoslawischen Volksarmee in Kroatien im Frühjahr 1991 hatte der Vatikan zunächst noch eine unmittelbare Parteinahme vermieden und sich auf allgemeine Friedensappelle beschränkt. Im Laufe der Ereignisse avancierte er jedoch zum Fürsprecher Kroatiens.

Dass die Anerkennung Kroatiens durch den Heiligen Stuhl mehr als nur eine diplomatische Fußnote war, spiegelte sich nicht zuletzt in den polemischen Äußerungen des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wider. Als Hauptverantwortliche für das Auseinanderfallen Jugoslawiens beschuldigte er – in dieser Reihenfolge – Deutschland, den Vatikan, die USA und die EU.

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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