Tag der Religionen
Leben in Begegnung
- Gemeinsam einen Baum pflanzen. Bereits am 25. September 2025 wurde das Programm für den Tag der Religionen im Grazer Volksgarten vorgestellt. Regenwetter sowie die Freude der Mitwirkenden werden den gepflanzten Baum gut wachsen lassen.
- Foto: Neuhold
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Tag der Religionen. Am 19. Oktober 2025 öffnen Religions-und Bekenntnisgemeinschaften in Graz die Tür und laden ein.
Wer im vergangenen Jahr beim Abschluss des Tags der Religionen im Volksgarten dabei war, erinnert sich an die besondere Stimmung: Der koptische Chor in seinen liturgischen Gewändern, die klaren Stimmen muslimischer Mädchen und die Gesänge des buddhistischen Chors schufen eine Atmosphäre, die selbst vorbeischlendernde PassantInnen innehalten und zuhören ließ. Menschen unterschiedlicher religiöser Traditionen und interessierte BesucherInnen versammelten sich um den „Lebensbaum“, der im Vorjahr anlässlich des ersten Tags der Religionen gepflanzt wurde – ein Symbol für den gewachsenen und weiter wachsenden interreligiösen Dialog. Zwischen den musikalischen Beiträgen wurden kurze Texte aus den heiligen Schriften zu Frieden und Solidarität gelesen – unaufgeregt, aber berührend. Viele nahmen dieses Miteinander als schöne Erinnerung mit nach Hause.
Dass dieser Tag möglich wurde, ist einer starken Zusammenarbeit zu verdanken. Die Idee entstand im Interreligiösen Beirat der Stadt Graz und wurde von Bürgermeisterin Elke Kahr maßgeblich unterstützt. „Religion kann Halt geben, bietet einen Wertehintergrund, fördert Gemeinschaft, gerade auch mit Blick auf sozialen Zusammenhalt. In Graz gibt es eine gute interreligiöse Tradition, die sich im Tag der Religionen wiederfindet“, betonte sie bereits zur Premiere.
- Gemeinsam ist besser. „Das Leben wird durch echte zwischenmenschliche Begegnungen und den Austausch mit anderen Menschen überhaupt erst lebendig und sinnvoll“, so Inge Brenner (r.) von der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft. Sie ist Repräsentantin des Interreligiösen Beirats.
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Gemeinschaftsgeist
Die Umsetzung des Tags der Religionen liegt – im Auftrag des Interreligiösen Beirats – bei „ComUnitySpirit – Religionen und Kulturen im Dialog“, einem Projekt des Afro-Asiatischen Instituts (AAI) Graz, wo auch die Geschäftsstelle untergebracht ist.
ComUnitySpirit – das zusammengesetzte Wort kommt aus dem Englischen und kann übersetzt werden mit „Gemeinschaftsgeist“ – versteht sich als Drehscheibe für interreligiöse Zusammenarbeit und als Plattform für Veranstaltungen. Hier laufen alle Fäden zusammen: Das Projekt begleitet den Tag organisatorisch, kommunikativ und inhaltlich. „Der Tag der Religionen zeigt eindrucksvoll, wie lebendig, offen und religiös vielfältig Graz ist“, betont Eva Wenig von Com-
UnitySpirit. „Er schafft Begegnung, stärkt Vertrauen und fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl“, so die Projektkoordinatorin.
Stadt der Menschenrechte
Seit 2001 ist die steirische Landeshauptstadt offiziell eine „Stadt der Menschenrechte“. Mit der Einrichtung des Menschenrechtsbeirats im Jahr 2007 wurde ein wichtiger Schritt getan, um diese Ausrichtung weiter zu festigen.
Bereits im Jahr zuvor wurde der Interreligiöse Beirat installiert, der in dieser Form österreichweit einzigartig ist: VertreterInnen aus mittlerweile 19 Glaubensgemeinschaften treffen sich, beraten die Bürgermeisterin in Fragen des religiösen Zusammenlebens und setzen gemeinsame Impulse.
Interreligiöser Beirat
Seit seiner Gründung im Jahr 2006 ist der Interreligiöse Beirat der Stadt Graz kontinuierlich gewachsen und engagiert sich für den interreligiösen Dialog. Aus dieser Zusammenarbeit ist der Tag der Religionen hervorgegangen, der vor allem durch das ehrenamtliche Engagement der beteiligten Religionsgemeinschaften möglich wird. Dass auch heuer wieder 15 Kirchen, Religions- und Bekenntnisgemeinschaften mitwirken (siehe Spalte links) und an 13 Standorten besucht werden können, sei mehr als nur ein Zeichen guter Koordination, sagt Eva Wenig von ComUnitySpirit. Der Tag der Religionen in Graz ist Ausdruck von gegenseitigem Vertrauen.
Red.
Programm
Sonntag, 19.10.2025, Graz
Das Programm am Tag der Religionen ist vielseitig. Wer nicht mit Fahrrad oder zu Fuß zu den Religions- und Bekenntnisgemeinschaften kommen möchte, kann einen kostenlosen Shuttlebus benützen.
Ab 12.00 Uhr gibt es am Infostand am Jakominiplatz (Steirerhofschleife) Auskunft zu den Programmpunkten.
Ab 12.30 Uhr fahren kostenlose Shuttlebusse zu den 13 Veranstaltungsorten.
Vormittag
Ausgewählte christliche Gemeinden laden zu den Gottesdiensten ein – eine Gelegenheit, verschiedene liturgische Traditionen kennenzulernen:
08.30–11.30 Uhr: Koptisch-orthodoxe Kirche, Wienerstraße 246b
09.00–11.15 Uhr: Orthodoxe Kirchen, Leechkirche
09.30–10.30 Uhr: Evangelische Kirche (Christuskirche), Burenstraße 9
09.30–10.30 Uhr: Evangelisch-methodistische Kirche, Wielandgasse 10
09.30–10.30 Uhr: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Eckertstraße 136
10.00–11.00 Uhr: Die Christengemeinschaft, Körösistraße 59
10.00–11.00 Uhr: Katholische Kirche, Stadtpfarrkirche, Herrengasse 23
10.00–11.00 Uhr: Vereinigungskirche, Waltendorfer Hauptstraße 32
Nachmittag
Führungen, musikalische Darbietungen, Gesprächsrunden, spirituelle und meditative Impulse bieten ein vielfältiges Angebot:
13.00–16.30 Uhr: Kirchen, Moschee, Synagoge und religiöse Zentren öffnen ihre Türen.
Abend
17.00 Uhr: Gemeinsame Abschlussveranstaltung beim Lebensbaum im Volksgarten.
Tag der Religionen
Sonntag, 19. Oktober 2025
Hier finden Sie das vollständige Programm mit allen Infos:
www.graz.at/cms/beitrag/10452982/8114224/
Zen, Bahai, Islam & Co
Beim „Tag der Religionen“ am Sonntag, dem 19. Oktober 2025, öffnen 15 Religions- und Bekenntnisgemeinschaften an 13 Grazer Standorten die Tore.
So geben in der Grazer Leechkirche die griechisch-, serbisch- und rumänisch-orthodoxen Kirchen einen Einblick in die Welt der Orthodoxie – mit liturgischen Gesängen in byzantinischer Tradition.
Die Bahá’í-Gemeinde lädt zu Andachten, Musik und Filmvorführungen ein, die die weltweite Friedensarbeit der Bewegung zeigen.
Im Bodhidharma Zendo stehen Vorträge über Buddhismus und Zen sowie meditative Praxis im Mittelpunkt.
Die Vereinigungskirche bietet einen interaktiven Gottesdienst und einen offenen Rundgang durch ihre Räume.
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten öffnet ihr Haus für Gesundheitsberatung, Kinderbetreuung und Gespräche über Glauben und Lebensstil.
Ein Highlight erwartet die BesucherInnen auch im Grazer Stadtteil Eggenberg, wo die Evangelische Kirche, die Altkatholische Kirche, die Neuapostolische Kirche und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ein gemeinsames Programm gestalten. In der Christuskirche wird die Klangvielfalt der evangelischen Traditionen erlebbar gemacht, während in der nahegelegenen Kirche Jesu Christi ein buntes Rahmenprogramm mit Kinderangeboten und einem „Buffet der Vielfalt“ zum Verweilen und Austauschen einlädt. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Singen aus allen vier Traditionen.
In der Mevlana Moschee wird es Moscheeführungen, Quranrezitationen und Vorträge über den Islam im interreligiösen Dialog geben.
Die Jüdische Gemeinde bietet Führungen durch die Synagoge an.
Soweit einige Beispiele aus dem vielfältigen Programm, das zum Dialog einlädt.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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