Frieden ersehnen und zusprechen

Foto: Neuhold

Ein Vorschlag dazu ist die Novene, die mit dem 29. Dezember startet, wenn in den Diözesen das Heilige Jahr eröffnet wird. Eine Novene wird an neun aufeinander folgenden Tagen gebetet.

Neben Worten aus der Heiligen Schrift gibt es für jeden Tag ein Zitat von Papst Franziskus aus seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 1. Jänner 2025. Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler und der St. Pöltener Weihbischof Anton Leichtfried haben die Texte ausgewählt und zusammengestellt.

1. Tag: Den Frieden für die Welt ersehnen
– und hoffnungsvoll erbitten

Friede sei in deinen Mauern, Geborgenheit in deinen Häusern! (Ps 122,7)

„Die Hoffnung hat nur ein Ziel: die Gefallenen aufzurichten und die zerbrochenen Herzen zu heilen.“ (10)

2. Tag: Wir beten um Frieden und Gerechtigkeit – für alle Menschen

Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. (Ps 85,12)

„Erinnern wir uns daran, dass die Güter der Erde nicht nur für einige wenige Privilegierte bestimmt sind, sondern für alle.“ (5)

3. Tag: Beten, um den Frieden Gottes zu erlernen – und weiterzugeben

Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegenNation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. (Jes 2,4)

„Die Abrüstung des Herzens ist eine Geste, die alle betrifft, von den Kleinen bis zu den Großen, von den Reichen bis zu den Armen.“ (14)

4. Tag: Auf das Wort Jesu hören – und den Frieden suchen

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. (Mt 5,9)

„Wir wollen auf den Schrei der Menschheit hören, um uns aufgerufen zu fühlen, die Ketten der Ungerechtigkeit zu sprengen.“ (4)

5. Tag: Füreinander beten – und allen den Frieden zusprechen

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus! (Lk 10,5)

„Suchen wir den wahren Frieden, den Gott einem entwaffneten Herzen schenkt, das bereit ist, den anderen die Hand zu reichen.“ (13)

6. Tag: Den Frieden Jesu aufnehmen – allen Ängsten zum Trotz

Jesus sagt: Meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz verzage nicht! (Joh 14,27)

„Wir brauchen nur an die Gnade zu denken, mit der Gott uns alle Schuld erlässt. Dann werden wir im Herzen von Hoffnung und Frieden erfüllt.“ (9)

7. Tag: Von Christus beschenkt – den Frieden bezeugen

Der Auferstandene sagt: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Joh 20,19.21)

„Die Zukunft ist ein Geschenk, um die Fehler der Vergangenheit zu überwinden und neue Wege des Friedens zu finden.“ (11)

8. Tag: Durch Gebet in der Geduld wachsen – eine tägliche Übung

Seid jederzeit auf Gutes bedacht! Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden! (Röm 12,17f.)

„Frieden allen, die sich von den eigenen Fehlern verurteilt oder vom Urteil anderer erdrückt fühlen und die für ihr Leben keine Perspektive mehr erkennen.“ (1)

9. Tag: Im Gebet an der geschwisterlichen Verbundenheit mitarbeiten – weltweit

Christus Jesus ist unser Friede. Er riss die trennende Wand der Feindschaft nieder.
(Eph 2,13)

„Der Friede kommt nicht bloß mit dem Ende des Krieges, sondern mit dem Beginn einer neuen Welt, in der wir uns geeinter und geschwisterlicher erleben.“ (14)

Das tägliche Gebet der Novene kann diesem Ablauf folgen:

◉ Kreuzzeichen
◉ Tagesmotto und Wort aus der
Hl. Schrift (kursiv beim jeweiligen Tag)
◉ Stille und Betrachtung (Zitat aus der Botschaft von Papst Franziskus zum Weltfriedenstag)
◉ Rosenkranz für den Frieden (oder auch nur ein Gesätzchen). Mit Maria beten – im Blick auf Jesus      Christus:

… Jesus, der in uns die Sehnsucht nach Frieden weckt
… Jesus, der alle Feindschaft überwunden hat
… Jesus, der unsere Herzen von Hass befreit
… Jesus, der mit seinem Geist Versöhnung schafft
… Jesus, der uns zu Zeugen seines Friedens macht

◉ Gebet um Frieden (aus Nicaragua,
GL Nr. 20,2):
Herr, allmächtiger Gott,
der du die Welt trägst,
gib, dass alle, die Verantwortung haben,
erfüllt werden mit Weisheit und Kraft,
damit sie ihre Aufgabe vollbringen
zum Leben und nicht
zum Verderben der Welt.
Dir empfehlen wir alle Menschen an,
die Bedrängnis und Rechtlosigkeit
erfahren:
die Gequälten und zu Unrecht Verhafteten,
die Gefolterten, die Heimatlosen,
Menschen auf der Flucht
und die Hungernden.
In einer Welt der Angst
hilf uns, in der Hoffnung zu bleiben
durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen.

◉ Vaterunser und Abschluss

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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