Studie
Christkind ja, Kirche nein?
- Laut Grundwerte-Studie des Meinungsforschungsinstituts OGM erachten nur 16 % der Befragten Wissen über religiöse Praxis und Traditionen als wesentlich. Hingegen sind 69 % der Befragten für ein Kreuz im Klassenzimmer.
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Grundwerte-Studie. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage zeigt, wie Österreich in Bezug auf Religionen tickt.
Zum Christentum als kulturelles Erbe, zu christlichen Festen gibt es ein klares Bekenntnis, und zwar auch bei denen, die selber keine Christen sind“ – das sagte Johannes Klotz vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut OGM am 19. August vor MedienvertreterInnen im Bundeskanzleramt . Integrationsministerin Claudia Plakolm präsentierte an diesem Tag die Ergebnisse einer Umfrage zu Grundwerten, die OGM Anfang des Jahres durchgeführt hatte (siehe Kasten unten).
Sichtbares Zeichen. Der Studie zufolge bekennt sich die österreichische Bevölkerung deutlich zum Christentum im Sinne eines Kulturguts – und das trotz abnehmendem Kirchenbesuch und geringem Vertrauen in Kirchen und Religionsgemeinschaften. Für 69 Prozent der Befragten ist das Kreuz ein „kulturelles Erbe“ und soll im Klassenzimmer auch sichtbar sein, wenn die Mehrheit der SchülerInnen keine ChristInnen sind. Ebenso wichtig ist für 79 Prozent der Befragten, dass christliche Feste wie Nikolaus, Ostern oder das Martinsfest in Schulen und Kindergärten auch dann gefeiert werden, wenn die Mehrheit der Kinder keine ChristInnen sind. Hingegen führten, so Klotz, 85 Prozent der StudienteilnehmerInnen an, dass staatliche Gesetze wichtiger als allfällig widersprechende religiöse Gebote seien. Klar abgelehnt wurde die Möglichkeit, Schulkinder aus religiösen Gründen vom Schwimmunterricht abzumelden.
Wenig Vertrauen. Auch, wenn religiös konnotierte christliche Symbole wie das Kreuz aus Sicht der ÖsterreicherInnen ein wichtiges kulturelles Erbe sind, das laut Studien-
ergebnissen auch gepflegt werden solle, so spiele in Österreich aktiver Glaube den Befragungsergebnissen zufolge nur eine sehr geringe Rolle, sagt OGM-Mitarbeiter Klotz. So antworteten auf die Frage „Welche Grundwerte sind Ihnen wichtig?“ etwa nur acht Prozent mit „Glaube und Religion“. „Zusammenhalt in Familie & Partnerschaft“ (58 %), „Freies, selbstbestimmtes Leben“ (54 %) und „Sicherheit“ (48 %) liegt hier deutlich voran. Auch beim institutionellen Vertrauen liegen Religions- und Glaubensgemeinschaften im hinteren Feld. Nur rund jedeR Vierte (28 %) gab an, ihnen zu vertrauen.
OGM-Grundwerte-Studie
„Welche Grundwerte sind Ihnen wichtig?“ Zu dieser Frage führte das Meinungsforschungsinstitut OGM im Februar 2025 Interviews mit mehr als 1000 Personen (mit und ohne Migrationshintergrund). Neben Religion wurden auch andere Themen abgefragt. Ganz oben auf der Liste der wichtigen Grundwerte steht „Höflichkeit im Umgang“ (63 %), gefolgt von „Bezug zu Umwelt und Natur“ (46 %) und „Leistungsbereitschaft bzw. Arbeitsmoral“ (44 %). Am 19. August 2025 wurde die Studie präsentiert.
Quelle: Kathpress, Bearbeitung: Redaktion
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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