Caritas Haussammlung
Zone der Verwundbarkeit

Caritas Haussammlung mit der Präsentation des Solidaritätsbarometers offiziell gestartet.

Am Aschermittwoch treffen sich bereits traditionell MedienvertreterInnen und Interessierte im Paulinum der Caritas Graz zur Präsentation des Solidaritätsbarometers – eine Umfrage zur Vermessung der sozialen Stimmung im Land. Dieses Jahr erstmals auch mit einem Impulsreferat, gehalten von Helmut P. Gaisbauer, dem Leiter des Internationalen Forschungszentrums für soziale und ethische Fragen in Salzburg.
Er sprach über Armut und wie wir über Menschen reden, die armutsgefährdet oder von Armut betroffen sind. Dabei plädiert er besonders für mehr sprachliche Sensibilität. Es gibt nicht einfach „den Armen“, der immer schon arm ist und für immer arm bleibt. „Armut klebt nicht an einer Person“, betont Gaisbauer und spricht daher lieber von armutsbetroffenen Menschen. Denn, und daran erinnert er eindringlich, Armut kann jede und jeden treffen. Aus dem „A–Z der Armut“ von Armutsforscher Stefan Selke, der damit unterschiedlichste Ursachen von Armut auflistet, liest Gaisbauer vor: „D wie Drillinge“. Ja auch Erfreuliches und Schönes, wie Kindersegen, kann Menschen zu Armutsbetroffenen machen.
Doch bei aller Betroffenheit – es gibt auch Wege hinaus. Gegenentwürfe nennt Gaisbauer seine Wegweiser aus der Armutsgefahr. Empowerment, also Stärkung, ist es, was helfen kann, „Menschen aus der Zone der Verwundbarkeit ein Stück weit hinauszubegleiten“, so der Referent. Die Caritas tut das Tag für Tag, resümiert Gaisbauer.
Mit der Präsentation des Solidaritätsbarometers startet die Caritas auch offiziell in die jährliche Haussammlung. Kristina Edlinger-Ploder, die Vorsitzende des Kuratoriums der Caritas Steiermark, nennt die HaussammlerInnen „lebende Sensoren für den Grundwasserspiegel der Solidarität in unserem Land.“ Zumal sie beim Spenden-Sammeln auch mitbekommen, wo Not verborgen ist.
Für den Direktor der Caritas Steiermark Herbert Beiglböck sind neben den HaussammlerInnen alle Ehrenamtlichen stärkend für „das Immunsystem der Gesellschaft“.
Katharina Grager

Caritas Haussammlung
Die Haussammlung 2020 findet bis zum Karfreitag (10. April) statt. 2019 wurden rund 800.000 Euro gesammelt. Der gesamte Erlös kommt Menschen in Not in der Steiermark zugute. 10 Prozent der Spenden verbleiben in den Pfarren vor Ort. Rund 3500 SammlerInnen sind in der ganzen Steiermark unterwegs.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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