Dreifaltigkeitssonntag: Generalvikar Weiss
Gemeinschaft. Teilhabe. Sendung.

Der dreifaltige Gott bleibt nicht für sich, sondern geht nach außen. Und als Getaufte sind auch wir gesendet, das Evangelium zu allen Menschen zu bringen.
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  • Foto: KNA/Markus Nowak
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Vater.
Sohn.
Heiliger Geist.

Ein Gott in drei Personen. Nicht drei Götter, sondern ein Gott – in drei Personen, die sich unterscheiden: Vater, Sohn, Heiliger Geist.

Gemeinschaft.
Teilhabe.
Sendung.

So lauten die Schlüsselbegriffe jenes Synodalen Prozesses, den Papst Franziskus am 9. Oktober 2021 eröffnet hat und der in die Weltbischofssynode 2023 mündet.

Doch was verbindet Vater, Sohn, Heiliger Geist mit Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung?
Papst Franziskus nimmt in seiner Eröffnungsansprache zur Synode Bezug auf die Dreifaltigkeit: „Mit diesen beiden Worten [Gemeinschaft und Sendung] betrachtet und imitiert die Kirche das Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die ad intra Geheimnis der Gemeinschaft und ad extra Ursprung der
Mission [Sendung] ist.“

Stichwort „Gemeinschaft“: Gott ist in sich Gemeinschaft. Die Dreifaltigkeit ist eine, wie der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 253-256) übersichtlich darlegt, d. h. ein einziger Gott. Vater, Sohn, Heiliger Geist – jeder von ihnen ist zu 100 Prozent Gott. Gleichzeitig sind Vater, Sohn, Heiliger Geist real voneinander verschieden: „Der Vater ist nicht derselbe wie der Sohn, noch ist der Sohn derselbe wie der Vater, noch ist der Heilige Geist derselbe wie der Vater oder der Sohn“ (11. Synode von Toledo). Die Verschiedenheit von Vater, Sohn, Heiligem Geist liegt in den Beziehungen der drei zueinander.

Diese Beziehung zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist zeigt sich auch im Evangelium dieses Sonntags (Joh 16,12-15): Jesus spricht von dem, was „sein“ ist: „Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er [der Geist] nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.“

Da der Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen ist, ist er ein gemeinschaftliches Wesen, das nach Gemeinschaft sucht. Auch Jesus, Gottes Sohn, der Mensch wird, sucht von Anfang an Gemeinschaft, indem er von einer Frau empfangen und in eine Familie hineingeboren wird. Am Beginn seines öffentlichen Wirkens ruft er Menschen, mit ihm mitzu­gehen, ihm nachzufolgen. Gemeinschaft – Kirche – gehört wesentlich zum Christsein. Das Bild der Kirche orientiert sich dabei am Bild Gottes, ja, sie „imitiert“, wie Papst Franziskus sagt, „das Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit“:

Ein Gott – eine Kirche.

Die Verschiedenheit von Vater, Sohn, Heiligem Geist – die Verschiedenheit der einzelnen Glieder der Kirche.
Die Beziehung von Vater, Sohn, Heiligem Geist – die Beziehung der Glieder der Kirche untereinander.

Stichwort „Sendung“: Der dreifaltige Gott bleibt nicht „nur“ – als Gemeinschaft – für sich, sondern geht nach außen. Der Vater sendet den Sohn in die Welt, der Mensch wird, um die Menschen zu erlösen. Nach seiner Himmelfahrt senden Vater und Sohn den Geist. Der Sendungsauftrag dieses Geistes wird in Joh 16,12-15 umfassend charakterisiert: Er wird die Jünger in der ganzen Wahrheit leiten; er wird reden, was er hört; er wird Jesus verherrlichen – und: Er wird verkünden. Drei Mal weist Jesus darauf hin, dass der Geist kommt, um zu verkünden: das, was kommen wird, und das, was „sein“ ist.

Gott behält sich nicht für sich. Er öffnet sich, er offenbart sich, er geht in die Welt des Menschen hinein. Auch hier gilt es, „das Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ nachzuahmen: Das Geheimnis Gottes, der sich uns offenbart, nicht für uns zu behalten, es nicht den Menschen vorzuenthalten, sondern es zu allen Menschen hinauszutragen. Das ist der Auftrag Jesu an seine Kirche: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern …“
(Mt 28,19a).

Wie kann das funktionieren? Papst Fran­ziskus hat zu den Begriffen „Gemeinschaft“ und „Sendung“ einen dritten hinzugefügt: „Teilhabe“. Gemeinschaft ist lebendige Gemeinschaft, wenn Sie daran teilhaben! Sendung ist lebendige Sendung, wenn Sie daran teilhaben!

Anm.: ad intra – nach innen hin
ad extra – nach außen hin

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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