Pfingsten: Pfarrer i. R. Herbert Schlosser
Die Kraft des Heiligen Geistes

Rosenblätter-Regen am Pfingstsonntag im Pantheon in Rom. Im Jahr 609, als Papst Bonifatius IV. die Pfingstmesse im Pantheon zelebrierte, soll bei seiner Predigt ein Rosenregen „wie Feuerzungen“ auf die Gläubigen niedergegangen sein.“    | Foto: KNA
  • Rosenblätter-Regen am Pfingstsonntag im Pantheon in Rom. Im Jahr 609, als Papst Bonifatius IV. die Pfingstmesse im Pantheon zelebrierte, soll bei seiner Predigt ein Rosenregen „wie Feuerzungen“ auf die Gläubigen niedergegangen sein.“
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Wollen wir den Heiligen Geist beschreiben, so können wir das, wie bei allem, was mit Gott zu tun hat, nur in annähernder Weise tun. So will ich zunächst einmal sagen, der Heilige Geist ist Gottes große Kraft, die alles und in allem alles bewirkt. Diese unendliche Kraft ist aber weit mehr als nur Energie, sie ist ein „Du“, das uns ansprechen will in unserem Inneren und zu dem auch wir reden können in unserem Beten.
Die Bibel gebraucht immer ganz unterschiedliche Bilder, wenn sie etwas über die Gotteskraft sagen will:

  • Da ist zunächst einmal der Sturm – etwas Unsichtbares aber spürbar Gewaltiges.
  • Und dann – ganz im Gegenteil – ist die Gotteskraft wie der Hauch des Windes – etwas Sanftes und Liebevolles.
  • Weiter ist die Gotteskraft etwas wie das Feuer – sie gibt Wärme, Licht und kann eins ins andere verwandeln.
  • Dann spricht die Bibel von Zungen – sie meint damit eine Kraft, die Gespräch, Kommunikation und Verstehen hervorbringt.
  • Schließlich wird der Atem als Bild gebraucht – ohne ihn gibt es kein Leben.

Alle diese Kräfte haben nicht wir geschaffen, aber sie sind für unser Dasein als Gottes Geschöpfe wichtig. Gottes „Urkraft“ steckt hinter ihnen, regt sie an, entzündet sie und bringt sie hervor. Gott schenkt sich in ihnen uns als „Heiliger Geist“.

Die vielfältigen Gaben des
Heiligen Geistes

Letztlich empfangen wir unser Dasein und alles, was wir haben, von Gott. Wer glaubt, sein Leben in seiner eigenen Hand zu haben, irrt. Wer glaubt, das riesige Universum und alles Lebendige könne ohne Gott auskommen, widerspricht dem Alten wie dem Neuen Testament.

Gottes Geist in seinen vielfältigen Kräften will immer – auch wenn das manchmal nur über furchtbare Umwege geht, die auch Schmerz und Tod zulassen – unzerstörbare Freude und unverlierbares Glück. Unser Glück und unsere Freude hängen von vielen Faktoren ab, die wir uns nicht alle selber machen können. So gesehen schenkt sie uns Gott in seinem „Heiligen Geist“.

Damit kommen wir auch zu den „Gaben des Heiligen Geistes“. So vielfältig die Kräfte des Gottesgeistes sind, so vielfältig sind auch seine Gaben: Weisheit, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit und Gottesfurcht (Ehrfurcht vor Gott ist damit gemeint) werden sie genannt.

Gottes Geist in seinen viel-
fältigen Kräften will immer
unzerstörbare Freude und
unverlierbares Glück.

Der verstorbene Münchner Religionspädagoge, bei dem ich einmal ein Seminar für ReligionslehrerInnen machen durfte, erzählt seinen Kindergartenkindern und ElementarschülerInnen, wenn er ihnen den Heiligen Geist nahebringen will von der „Liebeskraft“, der „Mögekraft“, der „Friedenskraft“, der „Freudekraft“, der „Gutgehekraft“, der „Angstvergehekraft“, der „Leidekraft“, der „Aushaltekraft“, der „Wartekraft“, der „Mutmachkraft“, der „Verzeihekraft“ und der „Verzichtkraft“.

Die Kraft der Versöhnung und
des Vergebens

Noch etwas: Nach unserem heutigen Evangelium schenkt der auferstandene Jesus seinen Aposteln schon am Osterabend in seinem Anhauchen den Heiligen Geist. Und der Heilige Geist wird hier erklärt in der Kraft der Versöhnung und des Vergebens. Es stimmt ja, ohne Versöhnung ist aufs Ganze gesehen unser Leben nur schwer möglich – im Großen nicht und auch nicht im Kleinen. Wenn nur das Faustrecht gilt, die Macht und die Rache, dann machen wir uns die Hölle auf Erden selber.

Wenn wir aber Gottes Geist, Gottes Liebe, Gottes Erbarmen und seine Kraft in uns und durch uns wirken lassen, das heißt, dass wir uns Gottes Vergebung schenken lassen und dann auch selber verzeihende Menschen sind, dann wird die Welt trotz allem Schlimmen, Schmerzhaften und Todbringenden eine lebenswerte sein.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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