Mit Hilfe der Dreikönigsaktion
Einsatz für das "gute Leben"

Águeda Colque und Lenny Epinoza aus Bolivien im Weltladen in Horn mit Michaela Spritzendorfer-Ehrenhauser vom Welthaus der Diözese St. Pölten (re.) und Weltladen-Geschäftsführerin Veronika Stock (li.).  | Foto: zVg
  • Águeda Colque und Lenny Epinoza aus Bolivien im Weltladen in Horn mit Michaela Spritzendorfer-Ehrenhauser vom Welthaus der Diözese St. Pölten (re.) und Weltladen-Geschäftsführerin Veronika Stock (li.).
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Mit eindrucksvollen Vorträgen, lebendigen Workshops und persönlichen Begegnungen begeisterten Anfang Mai Gäste aus Bolivien im Rahmen des Welthaus-Programms bei zahlreichen Terminen in der Diözese St. Pölten. In Schulen, Pfarren, Initiativen und verschiedenen Einrichtungen wurde gemeinsam über globale Zusammenhänge, Klimagerechtigkeit und ein gutes Leben im Einklang mit Mensch und Natur diskutiert.
Die Veranstaltungen mit Águeda Colque von ISALP (Instituto de Investigación y Apoyo al Desarrollo Local) und Lenny Espinoza von CERDET (Centro de Estudios Regionales para el Desarrollo de Tarija) stießen auf großes Interesse.

Was ist ein „gutes Leben“?

Beide Organisationen, die durch Spenden der Dreikönigsaktion unterstützt werden, fördern lokale Entwicklungsprozesse indigener Gemeinschaften – insbesondere in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssicherheit. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Frauen und Jugendlichen in Fragen der Menschenrechte, des Klimawandels und der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen.

Im Mittelpunkt stand das Konzept des Buen Vivir, des „guten Lebens“. Dieses aus den indigenen Kulturen Südamerikas stammende Verständnis beschreibt ein Leben in Fülle, im Gleichgewicht und respektvollem Umgang mit der Natur. Dabei bedeutet Buen Vivir nicht materiellen Überfluss, sondern ein erfülltes Leben mit dem, was Menschen wirklich brauchen – ohne anderen oder der Umwelt zu schaden.

Zugleich berichteten die Gäste offen über die schwierige Realität in ihrem Land. Etwa über den Fluß Río Pilcomayo, der einst kristallklar war und heute durch den Bergbau stark verschmutzt ist. Schwermetalle wie Quecksilber und Blei gefährden dort Menschen, Tiere und ganze Ökosysteme. Beeindruckt zeigten sich Águeda und Lenny hingegen von der Wasserqualität in Niederösterreich: „Dass man den Wasserhahn aufdrehen und das Wasser trinken kann, ist ein Privileg, das ihr als Land habt.“

Der Einsatz der Frauen

Große Aufmerksamkeit erhielt auch die Rolle der indigenen Gemeinschaften, die trotz Klimakrise, extremer Hitze und knapper Ressourcen beeindruckende Wege gefunden haben, um ihre Lebensgrundlagen zu sichern. Aufforstungsprojekte, Recycling-Initiativen und nachhaltige Landwirtschaft zeigen, wie lokales Wissen und gemeinschaftliches Handeln Zukunft schaffen können. Besonders die Frauen tragen dabei eine zentrale Verantwortung: Sie bewahren Wissen, stärken Gemeinschaften und sichern das Überleben vieler Familien.
Die Begegnungen im Rahmen des Welthaus-Programms hinterließen bei vielen Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck. Sie machten deutlich, wie wichtig internationale Solidarität, gegenseitiges Lernen und gemeinsames Handeln für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft sind.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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