Serie zu Kapellen, Marterl, Kreuzen ...
„Weißes Marterl“ als Dank für überstandenen Überfall

Bürgermeister Karl Harrer mit Gertrude Uitz, Dechant Herbert Schlosser und Stadträtin Gabriele Beer.
  • Bürgermeister Karl Harrer mit Gertrude Uitz, Dechant Herbert Schlosser und Stadträtin Gabriele Beer.
  • Foto: Karl Tröstl
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Schrems. Wenn man in der Gemeinde Schrems spazierengeht oder mit einem Fahrzeug den Heumühlweg entlang fährt und ein Stück vor der Brücke der Bundesstraße 2 sich auf dem Heumühlweg weiter in Richtung Niederschrems fortbewegt, findet man auf halbem Weg zur Anhöhe das „Weiße Marterl“ vor.

Dieser Bildstock wurde um 1900 errichtet und musste 1914 wegen Straßenbauarbeiten abgerissen werden. Das Marterl wurde einige Zeit später, ein Stück vom ursprünglichen Standort entfernt, wiedererrichtet. Als vor einigen Jahren abermals eine Straßensanierung durchgeführt werden musste und man feststellte, dass das „Weiße Marterl“ auf Privatgrund errichtet ist, wurde die Versetzung etwa 30 Meter vom ursprünglichen Ort mit einer Gesamtrestaurierung durchgeführt. Am 30. Mai 2019 wurde bei einer Maiandacht vor dem „Weißen Mar-terl“ durch Dechant Herbert Schlosser der neu errichtete Bildstock mit Marienbildnis gesegnet.

Dabei erinnerten sich einige ältere teilnehmende Pfarrmitglieder an die Geschichte hinter dem Mar-terl: Ende des 19. Jahrhunderts sei in diesem Bereich ein Mann überfallen, niedergeschlagen und beraubt worden. Dabei war ihm ein größerer Geldbetrag gestohlen worden. Auch in den Aufzeichnungen im Gemeindearchiv finden sich die Erzählungen von damaligen Anrainern. Hier heißt es, dass es sich um einen Landwirt gehandelt hatte, der ein Rind zum Viehmarkt brachte, um es zu verkaufen. Am Nachhauseweg sei er dann überfallen worden. Nachdem er sich von dem Schreck erholt hatte und von den Verletzungen genesen war, habe er aus Dank, dass er den brutalen Überfall überlebt hattte, das Marterl errichtet.

Gertrude Uitz kümmert sich um diese Gedenkstätte. Sie schmückt das Marterl immer wieder mit zur Jahreszeit passenden Blumen oder entfernt die ausgebrannten Kerzen, die von dem einen oder anderen Spaziergänger angezündet worden sind und zündet neue an. Sie habe große Freude an der Pflege des Marterls, so Frau Uitz.

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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