"Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“
Katholische Kirche in der Medienwelt

In seiner heurigen Botschaft zum „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“ hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, mehr aufeinander zu hören – in Gesellschaft, Kirche und Medien. Die Menschen würden immer mehr die Fähigkeit verlieren, „demjenigen zuzuhören, der vor uns steht, sowohl im normalen Verlauf der tagtäglichen Beziehungen als auch in den Debatten über die wichtigsten Themen des gemeinsamen Zusammenlebens“, beklagt der Papst in seiner Botschaft zum diesjährigen katholischen Mediensonntag. Dabei sei das Hören „der erste unerlässliche Bestandteil des Dialogs“. Auch innerhalb der Kirche sieht das Kirchenoberhaupt mehr Bedarf für Zuhören.

Qualität im Journalismus

Kirchliche Medienfachleute pochen auf Qualität im heimischen Journalismus und schlagen unterschiedliche Maßnahmen vor, anspruchsvolle Berichterstattung als tragende Säule der Demokratie durch eine zielgerichtete Medienpolitik zu fördern bzw. abzusichern: Gabriele Neuwirth, wiedergewählte Vorsitzende des Verbands katholischer Publizisten Österreichs, wies darauf hin, dass Qualitätsjournalismus zeit- und damit auch personalaufwändig sei; die Medienförderung im Land sollte somit die Zahl der nach Kollektiv­vertrag angestellten Journalisten berücksichtigen.

Auch Journalismusausbildung gel­te es zu fördern, die in diesem Bereich tätigen Einrichtungen entsprechend zu kontrollieren. Mit der Katholischen Medien Akademie (KMA) gibt es eine seit 1978 bestehende Ausbildungseinrichtung, die sich um Qualität und „Mehr-Wert“ in der Berichterstattung bemüht.

Von Fachleuten hat man oft gehört, dass die Kirche großen Nachholbedarf in der Professionalisierung im Medienbereich habe. Mittlerweile gibt es auf Pfarr-, Diözesan- und Österreich-Ebene viele Versuche, in allen möglichen klassischen und neuen Medien kompetent aufzutreten. Ein herausragendes Beispiel ist sicherlich der Facebook-Auftritt von Kardinal Christoph Schönborn mit fast 85.000 Fans. Seitens der Ordensgemeinschaften gilt das Stift Heiligenkreuz als Vorreiter. Noch eine andere Dimension ist ÖFB-Fußballstar David Alaba. Postet er den Spruch „Meine Kraft liegt in Jesus“, den er gerne auf T-Shirts trägt, bekommt er zehntausende Likes – ohne jeden Aufwand.

Die Kirche und kirchennahe Institutionen in Österreich entdecken immer mehr das Medium Podcast und bieten ein vielfältiges Angebot. Podcasts sind Audio- und Videobeiträge, die über das Internet zu beziehen sind, und über das Handy oder PC abgespielt werden können. „Orden on air“ heißt beispielsweise der Podcast der Ordensgemeinschaften. Dieser holt Ordensfrauen und -männer vor den Vorhang und, im wahrsten Sinne des Wortes, vor das Mikrofon. Ziel ist es, interessante Persönlichkeiten und Talente vorzustellen sowie das Engagement von Ordensleuten in den vielfältigen Bereichen des Lebens zu zeigen.

In „Frag den Don“ erklärt Salesianerpater Johannes Haas Begriffe aus dem kirchlichen Umfeld auf lustige und spannende Weise – via YouTube und anderen Plattformen. Da geht es um Jesus Christ Superstar, das Kreuzzeichen oder um das Gebet. Im Podcast „Wer glaubt, wird selig“, der von der ökumenischen Radioagentur Studio Omega produziert wird, nahm kürzlich Kardinal Christoph Schönborn zur Frage Stellung, ob es Sinn macht, für Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu beten.

„Diesseits von Eden“ heißt das Podcast-Angebot der theologischen Fakultäten. Unter https://diesseits.theopodcast.at bieten die Fakultäten Beiträge, die sich an gesellschaftlichen und theologischen Debatten orientieren.

Woran glauben junge Menschen, was bewegt sie? Wo begegnet einem heute die christliche Botschaft im Leben und was bedeutet sie überhaupt? Diesen Fragen geht der Podcast „Glaubensgschichtn und Hoffnungssachen“ der Katholischen Jugend OÖ nach. Dabei macht man sich auf die Suche nach Glauben und Hoffnung in der gegenwärtigen Zeit.

Innovative Angebote gibt es auch von evangelischer Seite: Der steirische Superintendent Wolfgang Rehner erreicht mit seinem Podcast „Kernöl für die Seele“ ein breites Publikum.

Viele professionelle und breitenwirksame Apps werden bereits von der Bischofskonferenz angeboten, etwa, um Gottesdienste in der Nähe zu finden oder für die Lange Nacht der Kirchen am 10. Juni mit allen relevanten Infos.

Pfarrblätter und Kirchenzeitungen

In seiner Gesamtheit gelten die österreichischen Pfarrblätter als „Quotenkaiser“, da sie in praktisch allen Haushalten zu finden sind. Und nicht zu vergessen: Österreichs Kirchenzeitungen sind die mit Abstand größten „Player“ unter den Kauf-Wochenzeitungen – mit österreichweit über 100.000 verkauften Exemplaren.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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