Synodaler Prozess
Weltsynode: Fahrplan bis 2028 veröffentlicht
- Blick in die Audienzhalle bei den Beratungen während der Weltsynode im Oktober 2024. Es wird erwartet, dass auch bei der Abschlussversammlung 2028 neben Bischöfen, Priestern und Ordensleuten wieder katholische Laien – Frauen und Männer – mit Rede- und Stimmrecht teilnehmen werden.
- Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
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Papst Leo XIV. hält an dem von seinem Vorgänger Franziskus festgelegten Zeitplan für die Umsetzung der Weltsynode fest. In einem ersten Schritt sind jetzt wieder die Diözesen am Zug.
Die von Papst Franziskus begonnene Weltsynode für mehr aktive Teilhabe der Gläubigen wird unter Papst Leo XIV. noch bis Oktober 2028 fortgesetzt. Dies geht aus einem Grundsatz-Papier hervor, das der Vatikan am 7. Juli veröffentlicht hat. Das Papier trägt den Titel „Skizzen für die Umsetzungsphase der Synode“. Autor ist der Chef des Synodensekretariats, Kardinal Mario Grech, der das Papier bereits am 29. Juni mit Zustimmung von Papst Leo unterzeichnet hat. Auch Papst Franziskus hatte dem Fahrplan am 11. März – wenige Wochen vor seinem Tod – zugestimmt.
Die Umsetzung des Abschlussdokuments der Weltsynode vom 26. Oktober 2024 wird in fünf Phasen ablaufen. Zunächst sollen bis Dezember 2026 die Ergebnisse in den Diözesen sowie auf nationaler und internationaler Ebene umgesetzt werden. Dabei sollen synodale – also gemeinschaftliche Beratungsmethoden und -strukturen – geschaffen und erprobt werden.
Diese Methoden und Strukturen sollen im ersten Halbjahr 2027 in Versammlungen auf Diözesanebene und dann im zweiten Halbjahr auf Ebene der Bischofskonferenzen und der länderübergreifenden Bischofsräte bewertet werden. Dies sind die Phasen zwei und drei. Als vierte Phase folgt im Frühjahr 2028 die Evaluation in kontinentalen kirchlichen Versammlungen. Als Abschluss und fünfte Phase ist im Oktober 2028 im Vatikan eine „allgemeine kirchliche Versammlung“ geplant.
Im Vatikan-Text geht es vor allem auch um die aktive Beteiligung von nicht geweihten Frauen und Männern.
An mehreren Stellen spricht der Text von der aktiven Beteiligung von nicht geweihten Frauen und Männern an dem Prozess. Deshalb wird erwartet, dass an der Abschlussversammlung in Rom – wie bereits an der Synodalversammlung im Oktober 2024 – neben Bischöfen, Priestern und Ordensleuten auch katholische Laien jeglichen Geschlechts mit Rede- und Stimmrecht teilnehmen werden.
Die unter Papst Franziskus eingesetzten zehn Arbeitsgruppen zur Klärung einiger strittiger Fragen werden laut den neuen „Skizzen für die Umsetzungsphase der Synode“ ebenfalls fortgesetzt. In ihnen geht es unter anderem um die Verkündigung in einer digitalisierten Welt, mögliche Änderungen in der Priesterausbildung und die künftige Rolle der Bischöfe sowie „heiße Eisen“ wie das Frauendiakonat.
Papst Leo XIV. hat nun zwei weitere Studiengruppen hinzugefügt, heißt es im Papier. Eine davon soll sich mit Veränderungen der Liturgie im Sinne der Synodalität befassen. Die andere soll den „Status der Bischofskonferenzen, der kirchlichen Versammlungen und der National-Konzile“ klären. Dabei wird es mutmaßlich um kirchenrechtliche, aber auch um dogmatische Fragen gehen. Das Synodensekretariat werde die Ergebnisse der Studiengruppen „harmonisch in den synodalen Prozess integrieren“ und Kongresse und theologische Debatten dazu organisieren.
Kritiker der Synodalität
und Lob für Fahrplan
Mit Nachdruck wird in dem Text dazu aufgerufen, in den Beratungsphasen auch „Widerstände und Schwierigkeiten“ freimütig zur Sprache zu bringen. Auch die Kritiker der Synodalität könnten einen wertvollen Beitrag leisten. „Es wäre ein Verlust für die gesamte Kirche, wenn ihre Stimme ungehört bliebe“, heißt es dort.
Den einzelnen Ortskirchen räumt das Dokument Spielräume für je eigene Lösungswege zur Verwirklichung der Synodalität ein. Die Letztverantwortlichen bei der Umsetzung seien die jeweiligen Bischöfe. Bei einigen Themen seien zudem die Bischofskonferenzen gefragt.
Lob für den Fahrplan kam u. a. von der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ). „Wir lesen das Dokument auch als Aufforderung, vor Ort unverzüglich die nächsten möglichen Schritte hin zu mehr Beteiligung und Synodalität schon zu gehen“, sagte KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder. Die synodale Kirche solle konkret in die Gänge kommen. KAP/Red.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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