Bischofsweihe im Klagenfurter Dom
Josef Marketz zum Bischof geweiht

Der Metropolit der Salzburger Kirchenprovinz Erzbischof Franz Lackner (rechts) übergibt dem neugeweihten Bischof Josef Marketz (links) den Bischofsstab.
  • Der Metropolit der Salzburger Kirchenprovinz Erzbischof Franz Lackner (rechts) übergibt dem neugeweihten Bischof Josef Marketz (links) den Bischofsstab.
  • Foto: Foto: Pressestelle der Diözese Gurk-Klagenfurt / Eggenberger
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Mit der Weihe von Josef Marketz zum 66. Bischof von Gurk-Klagenfurt am 2. Februar ging die 19-monatige Sedisvakanz in der zweitältesten Diözese Österreichs zu Ende. Die Feier im Dom zu Klagenfurt war in vieler Hinsicht zeichenhaft.

Ich bin bereit – pripravljen sem“, auf Deutsch und in seiner Muttersprache Slowenisch antwortete Josef Marketz zehn Mal auf die Fragen des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner, ehe ihm dieser als Hauptkonsekrator durch Handauflegung die Bischofsweihe erteilte und ihm das Evangelium und die bischöflichen Insignien Bischofsstab, Mitra und Ring überreichte.

Der Wahlspruch des neuen Kärntner Bischofs lautet: „Deus Caritas est – Gott ist die Liebe.“ Marketz war 2005 mit allen Kärntner Dechanten in Rom, als Papst Benedikt XVI. seine erste Enzyklika genau mit diesem Titel veröffentlichte. Das knüpft aber auch an die bisherige Tätigkeit Marketz’ als Kärntner Caritasdirektor an. Als solcher ist er – im Sinne von Papst Franziskus – ein Mann, dem der „Stallgeruch der Schafe“ anhaftet. Für sein Hirtenamt bezieht sich Marketz auf das Bild von der Herde: Der Hirte müsse auch das letzte Schaf im Blick behalten bzw. sogar prioritär behandeln. Ein Obdachloser, ein behinderter Mann, eine pflegebedürftige Frau trugen denn auch beim Weihegottesdienst gemeinsam mit Caritasmitarbeitern Brot und Wein zum Altar.

Beim Einzug zum Gottesdienst ging in den Reihen der 28 Bischöfe, allen voran Kardinal Dr. Christoph Schönborn, auch der evangelische Superintendent Manfred Sauer. Zu den Mitfeiernden gehörten der Apostolische Nuntius Pedro Lopez Quintana sowie die Erzbischöfe Stanislav Zore (Ljubljana) und Stanislav Hocevar (Belgrad) sowie als weiterer Vertreter der Ökumene der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, eine Lavanttalerin, war als Repräsentantin der Bundesregierung ebenso anwesend wie Landeshauptmann Peter Kaiser und Mitglieder der Landesregierung.

Bereits am Abend vor dem Weihetag beteten im Dom von Maria Saal 800 Menschen mit und für den neuen Bischof. Der Vorarlberger Bischof Benno Elbs hob dabei hervor, wie gut Marketz als bisheriger Caritasdirektor die Sorgen und Nöte der Menschen kenne und dass die Zukunft im Wir liege.

Josef Marketz wurde am 30. Juli 1955 in St. Philippen ob Sonnegg/St. Lips im zweisprachigen Gebiet Südost-Kärntens geboren und stammt aus der slowenischen Volksgruppe. Nach dem Theologiestudium in Salzburg und Laibach wirkte er ein Jahr als Diakon in Ecuador in Südamerika, 1982 wurde er in Klagenfurt zum Priester geweiht.

Zunächst war Marketz als Kaplan in den zweisprachigen Gemeinden Ferlach/Borovlje und St. Jakob im Rosental/St. Jakob v Rozu tätig. Von 1985 bis 1988 war er Jugendseelsorger für das zweisprachige Gebiet und von 1986 bis 1989 Pfarrprovisor in St. Jakob im Rosental. Nach einem Studienaufenthalt wurde er 1992 an der Universität Wien zum Doktor der Theologie promoviert. Er dissertierte im Fachbereich Pastoraltheologie bei Prof. Paul Zulehner. Ab 1992 leitete er die Slowenische Abteilung im Bischöflichen Seelsorgeamt der Diözese Gurk. 2009 wurde er zum Direktor des Seelsorgeamtes und zum Bischofsvikar für Seelsorge, Mission und Evangelisierung ernannt. Mit der Übernahme der Leitung des Kärntner Caritasverbandes wurde Marketz 2014 auch zum Bischofsvikar für die Caritas und für soziale Dienste ernannt. Als Caritasdirektor äußerte sich Marketz mehrmals klar im Sinne eines humanen Umgangs mit Flüchtlingen und der Verantwortung der Politik dafür. Am 3. Dezember 2019 ernannte ihn Papst Franziskus als Nachfolger von Bischof Alois Schwarz zum 66. Bischof von Gurk-Klagenfurt.

Zweisprachige Diözesanstrukturen

Die Diözese Gurk-Klagenfurt wurde im 11. Jahrhundert gegründet und ist nach Salzburg die zweitälteste Diözese in Österreich. Ihr Territorium gehört zur Kirchenprovinz Salzburg und umfasst heute das Bundesland Kärnten. Der südliche Teil des Diözesangebiets wird neben einer deutschsprachigen Mehrheit auch von Kärntner Slowenen besiedelt. Aus diesem Grund sind die zentralen Diözesanstrukturen zweisprachig (Deutsch, Slowenisch) angelegt.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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