Amstetten-St. Marien
50 Jahre Pfarre & Jubiläum einer besonderen Kirche
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Über 500 Personen kamen zum Jubiläums-Festgottesdienst einer besonderen Kirche und Pfarre: zum 50-jährigen Kirchweihfest der Amstettner Pfarrkirche St. Marien, die sich in den letzten Jahren als „kulturKirche“ etabliert hat. In dem übervollen Gotteshaus – und bei sehr hohen Temperaturen – erinnerten Weihbischof Anton Leichtfried, Pfarrer Peter Bösendorfer und Diakon Alois Deinhofer an die Geschichte der Pfarrgemeinde, die untrennbar mit dem Namen des bereits verstorbenen Pfarrers Karl Gravogl verbunden ist.
Pfarrer Bösendorfer betonte, dass das Pfarrareal die theologischen Grundpfeiler des christlichen Glaubens verbinde: Es sei ein Ort der Verkündigung, der Liturgie und der Feier des Gottesdienstes, der Caritas und Nächstenliebe sowie der Begegnung. Die Pfarrkirche sei dazu voller theologischer Aussagen.
Diakon Deinhofer sagte bei der Festmesse, alles habe in der Pfarre – die sowohl von der Stadt- als auch vom Landleben gesprägt ist – mit bescheidenen Mitteln begonnen. Man habe auch viel über den Tellerrand geblickt, etwa mit zahlreichen internationalen Begegnungen oder mit der Aufnahme von Flüchtlingen.
Anfänge von St. Marien-Allersdorf
Ende der 1960er-Jahre erkannte Kanonikus Heinrich Pichler, dass sich die Stadt Amstetten südlich der Ybbs stark entwickeln würde. Um den neuen Stadtteil auch seelsorglich zu betreuen, setzte er sich für den Bau einer neuen Pfarre ein. Nach langen Verhandlungen konnte schließlich gegenüber des Allersdorfer Kindergartens ein geeignetes Grundstück erworben werden.
Das architektonische Konzept für Kirche und Pfarrzentrum wurde am 14. Juni 1974 von Diözesanbaumeister Johann Kräftner vorgelegt. Bereits wenige Monate später, am 20. Oktober 1974, erfolgte die Grundsteinlegung. Das Kirchweihfest wurde am 4. Juli 1976 gefeiert – die Weihe nahm Diözesanbischof Dr. Franz Žak vor. Erster Pfarrer der neuen Gemeinde wurde Karl Gravogl. Die Innenausstattung der Kirche entwarf Prof. Robert Herfert. 1994 ergänzte Prof. Manfred Seibt den Kirchenraum durch einen modernen Kreuzweg.
Wandel und Erneuerung
Nach dem plötzlichen Tod von Pfarrer Karl Gravogl am 20. August 2000 übernahm Pfarrer Franz Halbertschlager die Leitung der Pfarre. Seit 1. September 2009 ist Peter Bösendorfer Titularpfarrer von St. Marien.
Das Pfarrzentrum wurde 2014 umfassend umgebaut, um den Bedürfnissen einer sich wandelnden Gemeinde gerecht zu werden. Nach einem Wasserschaden im Jahr 2018 musste der Innenraum der Kirche vollständig renoviert werden – seither erstrahlt St. Marien wieder in neuer Frische. Seit einigen Jahren ist St. Marien mit St. Stephan in einer Pfarrpartnerschaft verbunden.
In den vergangenen Jahren wurde die Kirche als „kulturKiRCHE“ etabliert. Zahlreiche Konzerte und Ausstellungen trugen diesem Titel Rechnung. Auch heuer im Jubiläumsjahr stehen viele kulturelle Ereignisse auf dem Programm.
Zahlreiche Begegnungen liturgischer und kultureller Art schaffen eine Vielzahl von Anreizen, diese Kirche zu besuchen. Zu deren Planern und Ideengebern zählt Fritz Kriener, der unermüdlich das Jubiläumsjahr forciert. Bis jetzt sind über 5.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland bei diesen besonderen Projekten zu Gast gewesen.
Rückblick zum Jahr
Eröffnet wurde das Jubiläumsjahr bereits im Vorjahr mit einer Festmesse mit dem Wiener Dompfarrer Toni Faber; es folgte die erste Karikaturenausstellung in einer Kirche in Österreich (mit über 1.500 Besuchern in sechs Wochen); weiters wurde das eindrucksvolle Fastentuch von Maria Moser enthüllt; zu Ostern wurde das neue Kirchenkreuz gesegnet; die bekannte Theologin Klara Antonia Csiszar referierte; Günther Lainer und Ernst Aigner waren mit ihrem Kirchenkabarett zu Gast und am 28. Juni wurde das liturgische Highlight mit dem Kirchweihfest gefeiert. Über 1.000 Gäste besuchten den anschließenden Pfarrkirtag.
Weitere Highlights
Pfarrvertreter Fritz Kriener nennt die Fotokunst-Ausstellung „This is my body“ des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler als weiteren Höhepunkt. Und für 26. September kündigt er das Konzert „mitananda“ mit dem Waidhofner BäuerinnenChor und Stella Jones an. Das besondere Konzert wird einen musikalischen Rückblick auf die letzten 50 Jahre bieten.
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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