Pfarren
5 Modelle: Alte und neue Wege in der Erstkommunion-Vorbereitung
- Vorbereitungs-Modell "Weggottesdienste": Fünf so genannte "Mini-Gottesdienste" werden mit den Kindern im Pfarrverband Horner Becken gefeiert.
- Foto: Pfarrverband Horner Becken
- hochgeladen von Patricia Harant-Schagerl
Für die Pfarren geht es bald in ein neues „Arbeitsjahr“ und auch die Erstkommunion-Vorbereitung will geplant werden. Wir stellen die fünf häufigsten Konzepte vor, die hier zur Anwendung kommen, mit ihren Vor- und Nachteilen. Jede Pfarre wählt das für sie passende Modell aus.
» Tischeltern
Dieses Modell wurde über lange Zeit von fast allen Pfarren durchgeführt und hat ganze Generationen in der Erstkommunion-Vorbereitung geprägt. Eltern, v. a. Mütter, werden für die Begleitung gewonnen (Tischmütter, Tischeltern) und diese übernehmen die Gestaltung der Vorbereitungstreffen, die zuhause oder im Pfarrheim stattfinden. Die Pfarre stellt Materialien bereit und begleitet die Tischeltern.
Vorteile: Feste Kleingruppen schaffen Vertrautheit, das Modell ist bewährt und bei jährlicher Durchführung organisatorisch gut planbar. Für die Arbeit in den Kleingruppen sind viele Arbeitsbehelfe vorhanden.
Zu bedenken: Es wird zunehmend schwieriger, ausreichend – und kompetente – Tischeltern zu gewinnen. Zudem besteht oft nur eine geringe Anbindung an das Pfarrleben.
» Weggottesdienste
Das Kind kommt mit einer erwachsenen Begleitperson in die Kirche oder ins Pfarrzentrum, um dort mit den anderen Kindern Gottesdienst zu feiern. Dabei werden einzelne Elemente des Gottesdienstes hervorgehoben. Dies wird meist mit einem Kreativteil im Pfarrzentrum ergänzt.
Vorteile: Intensiver Kontakt zu Kindern und Eltern, Stärkung der Feierkultur und gute Möglichkeiten, Eltern wieder an den Glauben heranzuführen.
Zu bedenken: Die gesamte Verantwortung für Inhalt und Durchführung liegt bei einem kleinen Leitungsteam. Das Modell funktioniert nur mit ausreichend engagierten Mitarbeitenden und einer sorgfältigen liturgischen und organisatorischen Vorbereitung.
» Module & Projekte
Die Kinder treffen sich – mit oder ohne Eltern – an wenigen längeren Modulen (meist ein Nachmittag) im Pfarrzentrum und erleben Glauben durch Stationen, Kreativangebote und gemeinsame Rituale. Die inhaltliche Gestaltung liegt bei den Verantwortlichen der Pfarre.
Vorteile: Wenige Termine, abwechslungsreiche Methoden und ein direkter Kontakt zwischen Kindern und Pfarre.
Zu bedenken: Dieses Modell verlangt eine intensive Vorbereitung. Da nur wenige Module stattfinden, fällt bei einem versäumten Termin ein wesentlicher Teil weg.
» Glaubensweg in der Familie
Die ganze Familie setzt sich mit ihrem Leben und dem Glauben auseinander. Die Vorbereitung erfolgt durch und mit den Eltern. Wie dieses auch Familienkatechese genannte Modell in der Pfarre Böhlerwerk umgesetzt wird, lesen Sie in der Spalte links.
Vorteile: Ganzheitliche und nachhaltige Vorbereitung, die den Glauben in den Familien stärkt und die Verbindung zur Pfarre vertieft.
Zu bedenken: Bei kirchenfernen oder zeitlich stark belasteten Familien stößt dieser Ansatz an Grenzen und kann zu einer Überforderung führen, außer es gibt eine geeignete persönliche Begleitung.
» Beteiligung aller Eltern
Alle Eltern werden in die Vorbereitung einbezogen, indem jede Familie einmal ein Vorbereitungstreffen übernimmt und die Kleingruppe zu sich nach Hause einlädt.
Vorteile: Die Anteilnahme der Eltern ist höher als beim klassischen Tischelternmodell – bei gleich bleibender Vertrautheit einer kleinen Gruppe und überschaubarem organisatorischen Aufwand bei jährlicher Durchführung.
Zu bedenken: Viele Eltern verfügen über wenig Erfahrung oder Sicherheit im Glauben. Dadurch können die Qualität und Einheitlichkeit der Treffen stark variieren.
» Mischformen
Die Erwartungen von Pfarre und Eltern gehen des Öfteren weit auseinander, vor allem was den Zeitaufwand für die Erstkommunion-Vorbereitung betrifft. Einige Eltern wünschen aber auch mehr, z. B. wieder selbst Zugang zum Glauben zu finden. Allen gerecht zu werden, könnte bedeuten, einen verpflichtenden Grundstock an Treffen anzubieten und freiwillige Angebote (wie Palmbuschen-Binden, Bibel-Nachmittag, Maiandacht oder Spielefest) zu setzen. Entscheidend sind aber immer die Ressourcen vor Ort.
Schulung
„Erstkommunionvorbereitung lebendig und lebensnah gestalten“ heißt eine Schulung, die die Diözese St. Pölten in der Klostergasse 15 in St. Pölten anbietet. Es werden Ideen und Tipps für Neulinge und Erfahrene in der Erstkommunionvorbereitung sowie der erprobte Behelf und neues Material vorgestellt, es gibt Anregungen für die Arbeit mit den Eltern, Impulse für den ersten Elternabend und Checklisten für die Vorbereitung in der Pfarre bzw. im Pfarrverband. Die Teilnahmegebühren sind gestaffelt (max. € 30,- pro Person).
Anmeldung erbeten bis 4. September 2026. Infos und Online-Anmeldung: Tel. 02742/324-3357, familie@dsp.at, www.dsp.at.
Freitag, 11. September, 14–18 Uhr
Autor:Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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