Jubiläum gefeiert
800 Jahre Pfarre Burgschleinitz

Foto: Bernadette Gundinger

Solange es Menschen gibt, die sich für ihren Glauben engagieren, die in dieser Kirche beten, die darum ringen, die Botschaft Jesu ins Heute zu übersetzen, wird es immer eine Pfarre geben. Dazu braucht es auch Mut und Zuversicht zum Suchen neuer, zeitgemäßer Wege.“ Diese Worte finden sich in der Festschrift zum 800-Jahr-Jubiläum der Pfarre Burgschleinitz.

Weiters wurde beim Jubiläumsgottesdienst, der mit dem Erntedankfest gefeiert wurde, betont: „Es liegt an uns: Wir säen, was unsere kommenden Generationen einmal ernten werden.“ Viele Ehrengäste – darunter Bürgermeister Andreas Boigenfürst und Vertreter von Vereinen – feierten die Messe mit.

Viele Fähigkeiten gefragt

Der aus Burgschleinitz stammende Provinzial der Redemptoristen, P. Martin Leitgöb, zelebrierte die Festmesse. Er nahm in der Predigt Bezug auf den Wandel des Pfarrlebens im Laufe der Jahrhunderte. Dabei betonte Leitgöb, dass aus einer einstigen „Versorgungskirche“ sich eine Kirche der Beteiligung entwickelt hat. Viele seien mit ihren Talenten und Fähigkeiten gefragt.

August Kirbes befasste sich intensiv mit der Geschichte der Pfarre. Er gab einen Überblick über deren Geschichte und Wandel. Die Kirche St. Michael war ursprünglich eine Eigenkirche der Burgherrn, genannt Herren von Schleunz. Diese ließen die Kirche erbauen und statteten sie mit Grundbesitz aus, der dem Unterhalt der Priester diente. Als Gegenleistung durften sich die Burgherrn den Pfarrer aussuchen und Zehent von den Pfarrgütern verlangen. Burgschleinitz war anfänglich ein Teil der Pfarre Gars-Eggenburg. Im 12. Jhdt. wurde Burgschleinitz eine eigenständige Pfarre. Zwei Urkunden aus dem Jahr 1223, die im Stift Altenburg aufbewahrt werden, belegen, dass damals eine eigenständige Pfarre existierte.

Nach dem Aussterben der Herrn von Schleunz kam das Patronatsrecht 1291 an den Landesfürsten – die Habsburger –, die dann den Pfarrer bestimmen durften, recherchierte August Kirbes. Die Pfarre Burgschleinitz gehörte wie alle Pfarren Niederösterreichs nördlich der Donau bis 1785 zur Diözese Passau. Erst unter Kaiser Joseph II. wurden diese Pfarren dem neu errichteten Bistum St. Pölten zugeteilt.

Teil eines Pfarrverbands

Früher hatte die Pfarre eigene Priester, jetzt ist sie Teil eines Pfarrverbandes, gemeinsam mit Eggenburg, Kattau und Roggendorf – nannte Herr Kirbes ein Beispiel für Veränderungen. Und weiter: „Laien werden immer wichtiger und möglicherweise wird auch der Priesterstand von größeren Neuerungen betroffen sein.“ Fotos (2): Bernadette Gundinger

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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