Eistage sind schon da!
Drei „Bazi“ und das „kalte Sopherl“
- Die heilige Sophia hält ihren Schutzmantel über ihre drei Töchter Fides, Spes und Caritas aus. Gemälde in der Kirche Sankt Lucia in Bedburg-Rath (D).
- Foto: Harald Oppitz/KNA
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Heuer stellte sich das kalte Wetter schon Anfang Mai ein. Nach alten Bauernregeln gibt es rund um die Eisheiligen, deren Gedenktage zwischen 12. und 15. Mai liegen, nochmals kalte oder sogar frostige Temperaturen im Frühjahr.
Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia – diese vier Heiligen, deren Gedenktage zwischen 12. und
15. Mai begangen werden, werden gemeinhin als die „Eisheiligen“ bezeichnet. Bauernregeln wie: „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie“ erinnerten die Bauern gerade in früheren Zeiten daran, dass erst nach der „kalten Sophie“ am 15. Mai die Aussaat erfolgen sollte, um sie nicht dem Frost auszusetzen.
Die Eisheiligen galten gerade in früheren Zeiten als wichtige und verlässliche Bauernregeln. Denn nach Wetterbeobachtungen häuften sich Nord-Wetterlagen mit Zufuhr arktischer Polarluft nach Mitteleuropa Mitte Mai so häufig, dass man von einem Regelfall sprach. Der Grund für späte Kaltlufteinbrüche liegt in der unterschiedlich schnellen Erwärmung der Land- und Wasseroberflächen. Die Folge von enormen Temperaturkontrasten sind ein Wechselspiel aus Kalt- und Warmluftvorstößen in Europa. Insofern galten markante Luftmassenwechsel zu den Eisheiligen als nicht ungewöhnlich.
Die Eisheiligen galten gerade in früheren Zeiten als wichtige und verlässliche Bauernregeln.
Heute gibt es bezüglich der Eisheiligen unter den Meteorologen geteilte Meinungen. Während die einen es als unsinnig abtun, sind für die anderen die Eisheiligen die „verlässlichsten Bauernregeln“ des Jahres. Klar ist, dass sich das Klima im Laufe der Jahre verändert hat. Es wird wärmer, Pflanzen blühen daher früher – und Kälteeinbrüche vor Mitte Mai sind tendenziell gefährlicher, denn Frost und Hagel haben u. a. massiv negative Auswirkungen auf die Obsternte.
Langjährige Messreihen in der Schweiz haben nicht bestätigt, dass sich der Frost an genau diesen Tagen Mitte Mai häuft. Einig sind sich die Meteorologen aber in einem, dass der Mai ein Übergangsmonat vom Frühling zum Sommer ist. Aus meteorologischer Sicht ist es daher normal, dass es in der Zeit Kaltluftvorstöße aus dem hohen Norden geben kann. Die Frage ist nur, wann genau?
Eisheilige: Märtyrer der Spätantike
Pankratius, „Der alles Besiegende“, hat den Gedenktag am 12. Mai. Er stammte aus dem spätantiken Phrygien in der heutigen Türkei, wurde Christ und half mit seinem ererbten Vermögen den verfolgten Christen, bis er selbst gefangen wurde. Der 14-Jährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen, wurde um 304 in Rom öffentlich enthauptet und sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen. Dargestellt wird er in feinen Kleidern oder einer Ritterrüstung, er trägt ein Schwert, eine Märtyrerkrone und einen Palmwedel.
Servatius war der Legende nach Bischof des heute belgischen Bistums Tongern. Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von ihm berichtet. So habe ihn, als er als Pilger am Wegrand einschlief, ein Adler vor den heißen Sonnenstrahlen mit seinen Flügeln beschattet. Nach anderer Überlieferung hat ein Adler die Servatius bedrohenden Hunnen unter Attila mit Steinwürfen abgewehrt. Angeblich wurde er mit einem Holzschuh erschlagen, weswegen man ihn auch bei Fußkrankheiten anruft. Seine Attribute sind neben dem Holzschuh ein Schlüssel, ein Drache und – wie könnte es anders sein – ein Adler.
Bonifatius von Tarsus stammte aus Rom und sollte, selbst kein Christ, christliche Reliquien aus Tarsus in der heutigen Türkei nach Rom überbringen. Dort erlebte er mit, wie Christen verfolgt wurden und ließ sich taufen. Aufgrund seines Glaubens wurde er schließlich durch siedendes Pech hingerichtet. Sein Name bedeutet so viel wie „Der gutes Geschick Verheißende“. Auf Darstellungen sieht man ihn meist als Jüngling oder Greis, der in siedendem Pech gemartert wird. Sein Gedenktag ist der 14. Mai.
Sophia von Rom (Gedenktag 15. Mai) starb um 304 nach Christus als frühchristliche jungfräuliche Märtyrerin. Teile ihrer Reliquien wurden nach Straßburg gebracht. Andere liegen unter der Kirche Santi Silvest-
ro e Martino ai Monti in Rom vergraben. Sie ist oftmals mit Trog und Schwert, aber auch mit einem Palmwedel und einem Buch auf Darstellungen zu sehen. KAP/Red.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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