Krankenpflege
Florence Nightingale – Pionierin der Krankenpflege

Die kolorierte Lithographie aus dem Jahr 1855 zeigt Florence Nightingale, die sich während des Krimkrieges um britische Soldaten in den Lazaretten kümmert.
  • Die kolorierte Lithographie aus dem Jahr 1855 zeigt Florence Nightingale, die sich während des Krimkrieges um britische Soldaten in den Lazaretten kümmert.
  • Foto: Wellcome Collection, Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
  • hochgeladen von Patricia Harant-Schagerl

Jede Pflegende sollte darauf achten, ihre Hände im Laufe des Tages sehr häufig zu waschen.“ Ihre Anweisungen klingen, als wären sie ein aktueller Ratschlag des Gesundheitsministers zur Corona-Krise. Und doch stammen die Regeln, die die Britin Florence Nightingale für die Krankenpflege aufstellte, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie war die Erste, die auf strikte Hygiene pochte und gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege.
Am 12. Mai vor 200 Jahren wurde sie in Florenz geboren. An ihrem Geburtstag wird jedes Jahr der Internationale Tag der Krankenpflege begangen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2020 ihr zu Ehren zum Internationalen Jahr der Pflegekräfte und Hebammen erklärt. Krankenpflege war bis in die Neuzeit fast ausschließlich eine Tätigkeit von Ordensleuten. Einen eigenen Beruf dafür gab es nicht.
Florence verlebte eine unbe- schwerte Kindheit auf dem Landsitz ihrer wohlhabenden Familie. Die Mutter legte Wert darauf, dass Florence eine möglichst gute Partie machte. Auf Bildung wurde damals bei Frauen kaum Wert gelegt. Doch Florence selbst wollte gar nicht heiraten. Bereits mit 17 Jahren hatte sie eine, wie sie sagte, „göttliche Eingebung“, die sie auf den Weg der Krankenpflege wies. „Absurd“ fanden das ihre Angehörigen. Krankenhäuser waren damals schmutzig und gefährlich – gedacht für die Unterschicht.
Doch Florence kämpfte für ihre Berufung und bildete sich im Spitalswesen weiter. Sie lernt Medikamentenkunde und Wundpflege, kümmert sich um Sterbende.
1853 gab ihr Vater nach und setzte ihr eine jährliche Leibrente aus, die sie finanziell unabhängig machte. Sie übernahm die Leitung eines Hospitals für kranke Damen – ohne Bezahlung. Dann brach der Krimkrieg aus, und in der englischen Presse erschienen Berichte über die katastrophalen Bedingungen in Lazaretten. Die meisten
Soldaten starben nicht auf dem Schlachtfeld, sondern an Infektionskrankheiten. Kriegsminister Sidney Herbert bat Nightingale um Unterstützung. „Ich kenne in ganz England nur eine Person, die in der Lage ist, ein solches Vorhaben zu organisieren“, schrieb er ihr. Im Oktober 1854 reiste sie ins heutige Istanbul, begleitet von 38 Pflegerinnen, darunter auch Nonnen. Nur mit viel Diplomatie und strikter Unterwerfung unter die Militärdisziplin erreichte sie, dass die Pflegerinnen überhaupt zu den Kranken gelassen wurden. Als sie 1857 nach England zurückkehrte, wurde sie als Nationalheldin gefeiert.
Sie versuchte diese Zustimmung für eine umfassende Reform des Sanitätswesens zu nutzen. Doch dabei musste sie feststellen, dass ihr Ruhm größer war als ihr Einfluss. Ihr letztes großes Projekt war die Gründung einer Krankenpflegeschule im Jahr 1860. Sie verfasst zahlreiche Schriften über die Krankenpflege und die Errichtung von Krankenhäusern und betont dabei die Bedeutung von Hygiene und Desinfektion.
1907 erhält Nightingale als ers­te Frau den Verdienstorden „Order of Merit“. Sie stirbt am 13. August 1910 – obwohl zeitlebens kränklich, wurde sie 90 Jahre alt.
Christoph Arens (KNA)

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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