Computerspiel
Pope Simulator: Strategiespiel oder Provokation?

  • Foto: Screenshot Pope Simulator Trailer (YouTube-Seite von Ultimate Games S.A.)
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Begegne als Papst aktuellen Problemen unserer Zeit. Triff Entscheidungen, die das Schicksal der Menschheit beeinflussen. Plane strategisch, reise um die Welt und kämpfe für den Frieden. Kurz zusammengefasst, sind dies die Anforderungen, welche das Computerspiel „Pope Simulator“ („Papst-Simulator“) an seine zukünftige Spielgemeinde stellt. „Zukünftig“ deshalb, weil die Warschauer Produktionsfima Ultimate Games S. A. das Spiel noch fertigstellen muss. Doch bereits jetzt kann schon gefragt werden: Wie lässt sich dieses Strategiespiel bewerten?

Stimmen zum Spiel

Googelt man „Pope Simulator“, so wird man mit diversen Meinungen konfrontiert. Während die einen das Spiel begeistert loben, bewerten es andere als „blasphemisches Zeug“. Wie positioniert sich die Produktionsfirma?
In einem Interview mit der Schweizer Nachrichtenplattform cath.ch betont der CEO  (Geschäftsführer) von Ultimate Games S. A., Mateusz Zawadzki, dass das Spiel sehr wohl als „ernsthafte Annäherung an die päpstlichen Aktivitäten“ gedacht sei.

Ein übermächtiger Papst?

Zentrales Element ist das strategische Bespielen der politischen Sphäre. Ob Themen der vatikanischen Diplomatie ignoriert oder ein Nuntius zu Rate gezogen wird, bleibt den Spielenden überlassen. Die Gestalt des Papstes erscheint dabei als übermächtig. Dies erklärt Mateusz Zawadzki damit, dass der Papst zwar keine militärische Macht habe, aber über andere Mittel verfüge, die Welt zu beeinflussen. Dabei verweist er auf den starken Einfluss, den die katholische Kirche beim Zusammenbruch des kommunistischen Systems im Polen der 1980er-Jahre gehabt hat.

„Unsere Idee ist, dass auf friedliche Weise das Schicksal der Welt beeinflusst und in die internationale Politik eingegriffen werden kann – soweit auch die Spielenden diese Vision verfolgen“, betont Zawadzki. Damit verweist er auch auf die Möglichkeitsräume, die das Spiel eröffnet: Während hier zwar Menschen jeglichen Geschlechts die päpstliche Rolle einnehmen und die Welt zum Guten beeinflussen können, besteht auch die Möglichkeit, ein „böser“ Papst zu sein. Dies macht auch der Trailer deutlich, in dem gezeigt wird, wie man als Papst einem kleinen Mäd­chen begegnet und dabei ausgewählt werden kann: „Segnen oder ignorieren?“

Ein Fazit

Bereits 2009 wurde durch das Spiel FarmVille festgestellt, dass das virtuelle Bauernhofleben keinesfalls mit dem der Realität zu vergleichen, aber anscheinend unterhaltsam ist. Auch Pope Simulator ist ein Spiel, das eine vereinfachte Welt entwirft, in der weltpolitische Prob­leme durch simple Entscheidungen gelöst werden. Unabhängig davon haben dieses und andere Computerspiele mit religiösem Inhalt vielleicht den Effekt, dass man biblische Geschichten und kirchliche Strukturen kennenlernt.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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