5. Sonntag der Osterzeit | 03. Mai 2026
Meditation
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Maria – ein Kaktus?
Was haben Maria und ein Kaktus gemeinsam? Eine ungewöhnliche Frage! Was wir von beiden lernen können:
Kakteen sind sehr aufnahmefähig. Sie haben sich im Laufe ihrer Entwicklung daran angepasst, dass sie – wenn sie Wasser bekommen – möglichst viel von dieser Feuchtigkeit in sich aufnehmen und speichern. In der biblischen Überlieferung der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas lesen wir: Maria bewahrte alles, was sie gehört und gesehen hatte, in ihrem Herzen. Sie spürte die Nähe Gottes und hat die frohe Botschaft in sich gespeichert. Von Maria und Kakteen können wir lernen, gute Augenblicke und Sternstunden in uns zu speichern.
Kakteen halten trockene Zeiten durch. Sie sind darauf eingestellt, dass irgendwann auch mal schlechte Zeiten kommen werden. Und genau dies musste Maria und müssen auch wir immer wieder erleben. Neben den Sternstunden gibt es auch die Dunkelheit, neben der Freude auch immer wieder Enttäuschungen. Wenn wir auf schwere Zeiten vorbereitet sind, können wir leichter damit umgehen. Der Kaktus verhindert zwar keine Dürreperioden, aber er kommt darüber hinweg – bis zur nächsten Regenzeit.
Kakteen haben Stacheln. Ein Kaktus braucht diese Stacheln, um standhaft zu bleiben gegenüber den Widrigkeiten seiner Umgebung und um das Wunderbare zu schützen, das er in sich gespeichert hat. Auch Maria kann sticheln und standhaft sein. Ihr Magnificat ist ein Revolutionslied. Sie besingt das Bild einer gerechten und geeinten Welt. Wir sind als ChristInnen beauftragt, mutig für das Gute in der Welt einzutreten. Für Gerechtigkeit, für Solidarität, für Frieden und für die Liebe.
Kakteen verwandeln Wüsten in blühende Landschaften. Beim Blühen geht es nicht nur um das eigene Überleben, es kommt darauf an, andere daran teilhaben zu lassen, was man an Gutem erlebt und gespeichert hat. Wer wie Maria Gutes aufnimmt, auf Durststrecken durchhält und das Schöne speichert, blüht auf – aus eigener Kraft, durch die Unterstützung anderer und den Segen Gottes.
Abteilung Pastoral,
Bistum Dresden-Meißen
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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