29. Sonntag im Jahreskreis | 19. Oktober 2025
Meditation
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Bauchsache
Fünf Uhr, der Wecker schreit. Aufstehen, ins Bad torkeln, duschen.Zeitgleich die Waschmaschine einschalten, das Geschirr von gestern einräumen, die anderen wecken und Jausenbrote schmieren. Sich selber fertig anziehen, Zähneputzen – oh nein: schon wieder nichts gefrühstückt, weil schon so spät! Zum Zug hetzen, dann ins Büro, wo schon die anderen warten, die ebenfalls schlecht geschlafen haben.
Drei Übungen. Im Internet gebe ich „zur Ruhe kommen“ ein und stoße auf drei Übungen, die ich gleich ausprobiere:
1. Atmen Sie aus, dann durch die Nase ein. Spitzen Sie die Lippen und atmen aus – mit der Vorstellung, möglichst lange einen Löffel heißer Suppe blasend zu kühlen. Sie können imaginativ auch ein Fenster im Winter anhauchen oder durch einen Strohhalm in ein Wasserglas ausatmen, sodass Luftbläschen im Wasser aufsteigen. „Suppe kühlen“ nennt sich die Übung.
2. Legen Sie beide Hände auf den Unterbauch und beobachten Sie, wie sich dieser beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt (Einschnüffeln eines angenehmen Dufts erleichtert die Bauchatmung). Die Hände auf der Bauchdecke fördern die Konzentration auf die Bauchatmung und bewirken ein Wärmegefühl (... zusätzlich warm in den Bauch hineinatmen).
3. Atmen Sie doppelt so lang aus wie ein. Zählen Sie beim Einatmen innerlich 1-2 und beim Ausatmen 1-2-3-4, beim Gehen zusätzlich in Verbindung mit den Schritten (d. h. „1-2 ein“, „1-2-3-4 aus“). Diese Atemtechnik eignet sich auch bei Angst – etwa dann, wenn eine Umgebung als bedrohlich erlebt wird und Herzrasen oder Schwindel auftreten.
Noch eine Möglichkeit. Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen Ihre Vorderpfoten – pardon: Ihre Arme samt der Hände – an. Entspannen Sie Ihr Gesicht, machen Sie langsam ein Hohlkreuz und strecken den Bauch in Richtung Himmel. Vergessen Sie, was rund um Sie geschieht, und konzentrieren Sie sich auf Ihr Schnurren. Spüren Sie den Wind um Ihre Nase oder den Luftzug im Raum. Genießen Sie die Wärme – ausgehend von der Sonne, dem Heizkörper oder vom Kachelofen, auf dem Sie liegen. Das Wichtigste: Genießen Sie es, da zu sein. Eben so wie eine Katze.
Anna Maria Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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