Darstellung des Herrn | 2. Februar 2025
Meditation

Foto: istock.com

Ja, Spielraum

Anthony de Mello erzählt eine Geschichte, in der ein Vater an der Tür seines Sohnes klopft und ruft: „Wach auf.“ Der Sohn antwortet: „Ich möchte nicht aufstehen, Papa.“ Der Vater ruft daraufhin laut: „Steh auf, du musst zur Schule.“ Der Sohn antwortet: „Ich möchte aber nicht zur Schule.“ „Warum denn nicht?“, fragt der Vater. „Aus drei Gründen“, sagt sein Sohn. „Einmal, weil es doof ist, dann, weil die Kinder mich aufziehen, und schließlich, weil ich die Schule hasse.“ Darauf der Vater: „Ich nenne dir drei Gründe, warum du zur Schule gehen musst. Zum einen, weil es deine Pflicht ist. Dann: du bist 45 Jahre alt; und schließlich: du bist der Direktor der Schule“ (1990).
Manche sind mit 40 noch nicht aufgewacht. Sie gehen zu sehr auf in der Routine des Alltags, des Vorgegebenen, so dass sie die unzähligen Möglichkeiten, die ihnen bei allem Vorgegebenen bleiben, ihr Leben zu gestalten, ungenutzt verstreichen lassen.
„Ein wachsames Auge entsündigt den Geist, unmäßiger Schlaf macht die Seele stumpf und blind“ schreibt Johannes Klimakus.
Aufwachen kann heißen, jeden Tag neu dafür offen zu sein, in das Leben hineinzugehen, es aufzubrechen, mein Leben zu schaffen.
Ich entscheide und kann entscheiden, mit welcher Einstellung ich jemandem begegne, was ich jemandem sage, ich vielleicht sogar zwischendurch einmal etwas Verrücktes mache, etwas anscheinend unverrückbar Vorgegebenes verrücke.
Manchmal haben wir uns selbst so zugestellt mit „was wie zu sein hat‘‘, „was die Wahrheit ist“, „was ich tun muss“, dass das eigentliche und wahre Leben keinen Spielraum mehr findet.
Ja, Spielraum! Keine Möglichkeit, das Leben zu spielen; so sehr scheint es nach vorgegebenen Mustern ablaufen zu müssen – im Unterschied zu jenen, die, statt sich hoch aufgerüstet dem Leben zu verschließen, sich dem Leben aussetzen, sich in das Leben stürzen.
Wache endlich auf und entdecke das Leben in dir und um dich herum.

Aus: Wunibald Müller, 30 Stufen zum Paradies. Ein spirtituelles Lebensprogramm. Kevelaer: Verlagsgemeinschaft topos plus.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ