20. Sonntag im Jahreskreis | 16. August 2026
Kommentar - Bibel und Leben
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Weite lernen
Wir mitteleuropäische Menschen des 21. Jahrhunderts leben in einer Welt, in der es Hundefriseure, Hundepsychologinnen, Hundetagesstätten und Hunde-urnen gibt. Und als solche können wir uns wohl nur schwer vorstellen, was für ein Affront es für diese nicht-jüdische Frau gewesen sein muss, mit kleinen Hunden verglichen zu werden.
Vielleicht ist das eigentliche „Wunder“ dieser Erzählung ja, dass die Frau nicht beleidigt, enttäuscht oder resigniert abgezischt ist, sondern sich auf den abwertenden Vergleich eingelassen und mit Jesus auf gleicher Augenhöhe diskutiert hat. „Es ist genug für alle da!“ sagt die Frau. Und dass sie niemandem etwas wegnimmt.
Jesus zeigt sich zunächst unhöflich, abweisend und schroff, dann aber lernbereit. Er lernt von einer Frau, die nicht einmal seinem Volk angehört. Jesus erkennt in diesem Gespräch, dass Gottes Heilswille über Israel hinausgeht.
Von beiden mag ich mir einiges abschauen: Von der Frau die Hartnäckigkeit, ihr Vertrauen und den Mut, mit erhobenem Haupt zu diskutieren und mit Argumenten für ihr Anliegen einzustehen. Und von Jesus die Lernbereitschaft und die – durch das Gespräch wachsende – Weite.
Maria Ladenhauf
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.