Eine wenig Himmlisch Irdisch | Teil 07
Konfrontationsangebot

Wenn ein armloses romanisches Kruzifix aus Admont als Inspiration dient und von Franz Felfer mit seiner eigenen Leidenserfahrung kombiniert wird, kann kein Abbild des historischen Leidens des Gottessohnes das Ergebnis sein.

Zwischen 1981 und 1985 setzt sich Franz Felfer (1927–2001) intensiv mit dem Thema Kreuzigung auseinander. Ihn beschäftigen dabei technisch die Verräumlichung der Linie und inhaltlich die Aktualisierung dieses alten christlichen Themas. Quasi als zyklische Aufarbeitung entstehen so fünf Gemälde zur Kreuzigung, die eine starke farbliche Einpoligkeit und Farbverwandtschaft aufweisen. Das Thema Kreuzigung ist dabei keineswegs dekorativ angelegt. Felfer setzt für seine Bildwerdung die Linie ein. In grafischen Strukturen versucht er innere und äußere Bewegungen räumlich zu setzen und die Dramatik des Geschehens zu verdeutlichen. Und er bringt seine persönlichen Leidenserfahrungen in das Bild ein, die sich in den Behandlungsspuren und Kratzern äußern. Es ist die Betroffenheit seiner Person über die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorgänge in der Entstehungszeit der Bilder, die sich in seiner aktualisierten Kreuzigung manifestiert.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Aufgaben der Institution Museum grundlegend erweitert. Museen, so auch das Diözesanmuseum Graz, kommunizieren auf vielfältige Weise mit Gemeinschaften. Sie sind zusätzlich zu traditionellen Arbeitsbereichen Verhandlungs-orte für unterschiedlichste Themen und Fragestellungen.

Heimo Kaindl


Tag des Denkmals im DIÖZESANMUSEUM

Tag des Denkmals, 25. September

„Denkmal voraus: Denkmalschutz = Klimaschutz“
Der vom Bundesdenkmalamt koordinierte „Tag des Denkmals“ findet 2022 wieder in gewohnter Form statt, und auch das Grazer Diözesanmuseum ist mit dabei. Diözesankonservator Mag. Heimo Kaindl gibt Einblicke in die historische Bausubstanz des Grazer Bischofshofes und führt zu den ältesten Fresken der Stadt.
Am Tag des Denkmals, 25. September, um 14 Uhr. Anmeldung bis 20.9.,
Bürgergasse 2, 8010 Graz, Tel. 0316 8041-890, www.dioezesanmuseum.at

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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