Künstliche Intelligenz erklärt | Teil 3
Kirche und KI

Zum Nachdenken: Wie viel Platz sollte Technik in der 
Kirche einnehmen?  | Foto: pexels / Wisam Alazawi
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Vier Stimmen der Kirche zur Künstlichen Intelligenz.

Papst Franziskus (1936–2025)
„Technologie muss dem Menschen dienen – nicht umgekehrt.“ Papst Franziskus hat immer wieder betont, dass KI den Menschen unterstützen soll, nicht ersetzen oder
manipulieren. Besonders wichtig war ihm eine „Ethik der Algorithmen“ – also klare Regeln dafür, wie Computerprogramme Entscheidungen treffen dürfen. Solche Regeln sollen sicherstellen, dass Technik fair bleibt, niemand benachteiligt wird und die Würde jedes Menschen geschützt ist.

Theologe Michael Fuchs, Ethiker
„KI kann Regeln anwenden – aber sie hat kein Gewissen.“ Der Linzer Ethiker Michael Fuchs warnt davor, moralische Entscheidungen an Maschinen zu delegieren. Wenn Menschen zu viele Fähigkeiten an technische Systeme abgeben, drohe ein Verlust eigener Urteilskraft. Gleichzeitig sieht er Chancen dort, wo KI gefährliche oder belastende Tätigkeiten übernehmen kann – etwa beim Minenräumen oder in der Medizin.

Papst Leo XIV.
„In der Zeit der Künstlichen Intelligenz, in der die Menschenwürde aufgrund neuer Formen von Entmenschlichung in den Hintergrund zu treten droht, haben wir die dringende Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben und liebevoll jenes großartige Menschsein zu bewahren, das uns geschenkt ist und das in Christus in seiner ganzen Fülle offenbar wurde, und das keine Maschine in seiner Pracht jemals ersetzen kann.“ aus: Magnifica humanitas, Einleitung, Punkt 15

Österreichische Bischofskonferenz
„Wir wollen KI verantwortungsvoll und vorausschauend einsetzen.“ Die Bischofskonferenz hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingesetzt, die Chancen und Risiken prüft und bis Herbst konkrete Empfehlungen vorlegt. Innsbrucks Bischof Hermann Glettler leitet dieses gesamtösterreichische Gremium. Für ihn geht es darum, dass die katholische Kirche in Österreich nicht nur rasch und unbürokratisch auf „Künstliche Intelligenz als umfassenden Beschleunigungsfaktor unseres Lebens“ reagiert, sondern wie sie KI auch proaktiv einsetzen kann.

Zusammengestellt von Maria Wilbrink

Orientierung

Kirchliche Leitlinien

Für eine faire KI

Der Vatikan hat gemeinsam mit internationalen Partnern, wie etwa Microsoft oder der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) den „Rome Call for AI Ethics“ erarbeitet. Der „Römische Aufruf zu einer KI-Ethik“ beschreibt, wie Künstliche Intelligenz dem Menschen dienen soll – und nennt drei zentrale Wirkungsbereiche:
▶ Ethik – Jeder Mensch ist frei und gleich an Würde und Rechten.
▶ Bildung – KI soll jungen Generationen helfen, Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten.
▶ Rechte – Der Einsatz von KI muss Mensch und Umwelt schützen, besonders die Benachteiligten in der Gesellschaft.

Dazu kommen sechs Grundsätze, die Orientierung geben:
▶ Transparenz – Entscheidungen von KI sollen nachvollziehbar bleiben.
▶ Inklusion – niemand darf durch Technik ausgeschlossen werden.
▶ Verantwortung – Menschen bleiben für ihr Handeln verantwortlich.
▶ Unvoreingenommenheit – KI darf niemanden benachteiligen.
▶ Zuverlässigkeit – Systeme müssen sicher funktionieren.
▶ Datenschutz – persönliche Daten verdienen besonderen Schutz.

Zum Nachdenken: Wie viel Platz sollte Technik in der 
Kirche einnehmen?  | Foto: pexels / Wisam Alazawi
Papst Franziskus (1936–2025) | Foto:  APA / Spaziani Stefano
Papst Leo XIV. | Foto: KNA
Theologe Michael Fuchs, Ethiker | Foto: Diözese Linz
Österreichische Bischofskonferenz | Foto: Aicher
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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