Heilige Alltagshelfer |Teil 12
Herbstliche Heilige
- Hl. Hubertus
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Drei Heilige, deren Gedenktage den Herbst prägen.
Hl. Hubertus
Gedenktag: 3. November
Darstellung: als Jäger
Attribute: Hirsch, Kreuz, Schlüssel
Patron der JägerInnen und Forstleute, der Ardennen sowie gegen Tollwut.
Hubertus wächst als adeliger Hofmann in der Welt von Jagd, Macht und höfischem Glanz auf. Doch im Jahr 695 gerät sein Leben nach dem Tod seiner Frau bei der Geburt ihres Sohnes völlig aus den Fugen. Er verlässt Hof und Adel und zieht sich als Einsiedler in die belgischen Ardennen zurück, wo er von der Jagd lebt.
Dort ereignet sich die berühmte Wandlung: An einem Karfreitag begegnet Hubertus einem Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih. Diese Vision erschüttert Hubertus so tief, dass er nach Rom pilgert, sich zum Priester weihen lässt und als Glaubensbote in den abgelegenen Wäldern von Brabant und den Ardennen wirkt.
Später wird er Bischof von Tongern bei Maastricht und ist bekannt als kluger Hirte, der in einer Hungersnot vielen Menschen das Leben rettet. Er verlegt den Bischofssitz nach Lüttich und baut dort die Kathedrale an der Stelle, an der sein Lehrer Lambert ermordet worden war.
Nach seinem Tod am 30. Mai 727 verbreitet sich seine Verehrung rasch. Heute finden in unseren Breiten rund um seinen Gedenktag oft Hubertusmessen oder Hubertusfeiern statt, meist organisiert von regionalen Jägerschaften oder Ortsvereinen, häufig musikalisch gestaltet durch Jagdhornbläser.
Hl. Notburga
Gedenktag: 13. September
Darstellung: als Bauernmagd
Attribute: Sichel, Getreide, Schlüssel
Patron der Bauern und Dienstleute sowie der Trachten- und Heimatverbände.
Notburga lebt im 13. Jahrhundert in Tirol und arbeitet als Magd auf Schloss Rottenburg. Dort zeigt sich früh, was sie ausmacht: Ein radikales Herz für die Armen schlägt in ihrer Brust. Während andere das Getreide und Brot für die Herrschaft zurückhalten, trägt sie heimlich Lebensmittel zu den Bedürftigen ins Dorf. Als man ihr das verbietet, widersetzt sie sich – und wird entlassen. Sie findet Arbeit bei einem Bauern in Eben am Achensee. Dort wird sie zur Stimme der Gerechtigkeit: Sie besteht darauf, dass die Mägde pünktlich Feierabend machen dürfen, um beten zu können. Eine Legende erzählt die berühmt gewordene Szene, wie sie ihre Sichel wirft – und diese schwebend in der Luft stehen bleibt, bis die Gebetszeit vorbei ist.
Notburga wird zur Ernteheiligen, weil sie für die Gerechtigkeit einsteht und die Fülle der Ernte als Gabe Gottes sieht.
Hl. Gallus
Gedenktag: 16. Oktober
Darstellung: als Mönch, Einsiedler, Pilger
Attribute: Bär, Pilger- oder Abtstab, Brot
Patron der Stadt St. Gallen sowie der Gänse und Hühner.
Gallus, ein irischer Mönch aus dem Kloster Bangor, zieht um 590 mit Kolumban nach Mitteleuropa. Die Mission ist rau, die Wege sind gefährlich. Um 610 trennt er sich von seinem Lehrer und sucht einen Ort der Stille, wo er Gott dienen kann – und findet ihn an der Quelle der Steinach am Bodensee.
Dort beginnt seine berühmte Einsiedlerzeit: Legenden erzählen, wie ein Bär nachts sein Lager plündert und Gallus ihn ruhig dazu bringt, Holz für seine Zelle zu tragen. Als Belohnung gibt er dem Bären ein Stück Brot und befiehlt ihm, Menschen keinen Schaden anzutun. Gallus lebt streng, betend, heilend und predigt – als einer der ersten Missionare – in der Muttersprache der Bevölkerung.
Seine kleine Einsiedelei wird nach seinem Tod zum Ursprung des Klosters St. Gallen, später eines der wichtigsten geistigen Zentren Europas. Sein Gedenktag markierte früher den letzten großen Erntetag – ein herbstlicher Wendepunkt zwischen Fülle und Rückzug.
Maria Wilbrink
Ausstellung bis 11. Oktober im Diözesanmuseum Graz,
Bürgergasse 2, 8010 Graz.
Di bis Fr: 9 bis 17 Uhr,
Sa, So & Feiertage: 11 bis 17 Uhr
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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