Tugenden der Friedfertigkeit | Teil 6
Bei dir kann ich sein
- Güte ist unaufdringlich präsent. Sie liegt im Blick auf die Menschen, wie bei der Ärztin Ruth Pfau (Mitte).
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In einer Welt, die den eigenen Vorteil preist, gilt Güte als gestriges Mauerblümchen. Man sollte sie aber als Hoffnungspflanze hegen und pflegen.
Gütige Menschen rühren mich zutiefst. Wenn ich mir im Geist solche herhole, dann sind es erstaunlicherweise alte Menschen. Zuerst fällt mir meine Großmutter ein. Sie war, wenn ich von der Schule nach Hause gekommen bin, immer da. Die Mutter war auf dem Feld, der Vater in der Arbeit, die Großmutter wärmte das Essen. Sie saß dann dabei, fragte nicht viel, hatte einfach Freude daran, wenn der Teller leer wurde. Materiell gesehen war sie arm, aber sie strahlte Zufriedenheit aus. Neben ihr konnte man gut sein. Wenn ich später nur mehr zu Besuch kam und wieder wegfuhr, begleitete mich immer ihr Wunsch „Komm gut wieder an Ort und Stelle!“.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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