Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Aber Glaube
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In meiner Speisekammer hängt ein kleines, getrocknetes Kräuterbüscherl, das mir meine Eltern letztes Jahr zu Mariä Himmelfahrt geschenkt haben. Anfangs hat es noch einen intensiven Duft verbreitet, mittlerweile riecht es nur mehr ganz leicht nach Kräutern, wenn man ihm mit der Nase nahe kommt.
Ich glaube, dass Heilkräuter in und für unseren Körper viel Gutes bewirken können. Aber ich glaube nicht, dass ein Blitz eher in ein Haus ohne Kräuterbüscherl einschlägt, als in eines mit. Hoffen tue ich sowieso bei jedem Gewitter, dass nirgendwo ein Blitz einschlägt – auch, damit wir von der Freiwilligen Feuerwehr nicht ausrücken müssen, um Hab und Gut, Leib und Leben zu retten.
„Aberglaube“ nennen manche den Glauben daran, dass gesegnete Dinge uns beschützen. Und doch hänge ich das Kräuterbüscherl gerne auf. Auch bekreuzige ich einen frischen Brotlaib vor dem Anschneiden dreimal, mache ein Kreuzzeichen vor dem Essen und zeichne Babys ein Kreuzerl auf die Stirn. Für mich ist das nicht Glaube an einen „Schutzzauber“.
Aber: Glaube, dass Gott mit uns ist. Glaube, dass segnen, einander Gutes sagen oder Kräuterbüscherl verschenken, Gottes Gegenwart in unserer Welt sichtbar und spürbar machen.
Katharina Grager, Chefredakteurin
katharina.grager@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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