Kirche Steiermark
Was hat Bestand?
- Eine Wort-Gottes-Feier zum berühmten Mysterienspiel „Jedermann“ führt eindrucksvoll vor Augen: Reichtum, Macht und Ansehen nützen uns nichts, wenn wir vor Gott stehen. Bild (v. l.): Bernhard Gitl und Manfred Archan.
- Foto: Temmel
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Jedermann-Wort-Gottes-Feiern in der Südoststeiermark.
Was vor zwei Jahren mit einer persönlichen Idee begann, ist mittlerweile zu einem besonderen Projekt im Seelsorgeraum Südoststeirisches Hügelland geworden: „Jedermann – die etwas andere Wort-Gottes-Feier“ verbindet das berühmte Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal mit der biblischen Botschaft und lädt dazu ein, über das eigene Leben, seine Vergänglichkeit und das, was wirklich zählt, nachzudenken.
Ein Besuch des Jedermann in Salzburg und ein darauffolgender Gottesdienst im Salzburger Dom gaben Bernhard Gitl aus Kirchbach den Anstoß dazu. Die thematischen Parallelen zwischen den Bibeltexten über Besitz und der Vergänglichkeit des Lebens im Theaterstück ließen die Idee reifen, beide Welten miteinander zu verknüpfen. „Dank der Offenheit und Unterstützung von Pfarrer Christian Grabner sowie weiterer Verantwortlicher im Seelsorgeraum konnte aus meiner persönlichen Vision rasch ein konkretes Gemeinschaftsprojekt werden“, berichtet Bernhard Gitl. Mit einem engagierten Team entstand eine Wort-Gottes-Feier, die Elemente aus Hofmannsthals Jedermann mit biblischen Texten, Musik, Symbolen und liturgischen Elementen verbindet.
Die besondere Wort-Gottes-Feier wurde bisher in sechs Pfarren des Seelsorgeraumes Südoststeirisches Hügelland gefeiert: Kirchbach, St. Stefan im Rosental, Gnas, Trautmannsdorf, Bad Gleichenberg und Wolfsberg im Schwarzautal.
Es gehe den Initiatoren nicht darum, bloßes Theater in die Kirche zu verlagern. Vielmehr diene die Geschichte des reichen Mannes, der unerwartet mit dem Tod konfrontiert wird, als universeller Spiegel. Da jeder Mensch im Leben mit Erfolg, Enttäuschungen und Beziehungen konfrontiert wird, würde die Wort-Gottes-Feier essentielle Fragen aufwerfen: Was hat am Ende wirklich Bestand? Welche Rolle spielen Glaube, Liebe und die Beziehung zu Gott, wenn alles andere wegbricht? Das Projekt verzichte dabei bewusst auf einen erhobenen Zeigefinger und setze stattdessen auf Momente der Stille und Musik, und lade ein, innezuhalten und das eigene Leben zu hinterfragen.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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