Weltkirche
Mythos Kopftuch
- Eine Fachtagung zum Thema „Kopftuchverbot“ fand an der Uni Wien statt.
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Universität Wien. Eine Fachtagung eröffnet den Dialog zu einer umstrittenen Frage.
Erstmals in Österreich ist es gelungen, führende Expertinnen und Experten aus Islam, Politik, Recht, Medien, Pädagogik und Wissenschaft zu einer Fachtagung zum Aufreger-Thema Kopftuchverbot zu versammeln. Unter dem Titel „Mythos Kopftuch“ ging es am Samstag an der Universität Wien um die religiöse Bedeutung der weiblichen Kopfbedeckung im Islam ebenso wie um gesellschaftliche Konfliktlinien dazu.
Das erklärte Ziel, gängige Meinungen und stereotype Narrative kritisch zu hinterfragen und einen Anfangspunkt in einem möglichst breiten Dialog zu setzen, sei erreicht worden, zog Veranstalter Tuğrul Kurt vom Institut für Islamisch-Theologische Studien (IITS) im Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress Bilanz. Der Institutsvorstand bezeichnete die Tagung als „möglichen Beginn eines Dialogs, der bisher in Österreich kaum stattgefunden hat“. Die Universität stehe bereit, dafür eine vermittelnde Rolle zu übernehmen, denn unabhängig davon, ob das Kopftuchverbot in Kraft tritt oder vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben wird, brauche es begleitende Diskussionsräume.
An der Fachveranstaltung beteiligt waren u. a. Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), die Ethnologin Susanne Schröter und die ehemalige Ombudsfrau für Wertefragen im Bildungsministerium, Susanne Wiesinger. Von politischer Seite sprachen Vertreter der Regierungsparteien, eine Videobotschaft kam von Integrationsministerin Claudia Bauer. Auch zahlreiche ReligionspädagogInnen diskutierten mit. Eine Publikation der Tagung ist geplant, um die Diskussion über die Veranstaltung hinaus zu dokumentieren.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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