Kirche Steiermark
„Kirche als Waffe“
- „Kämpft – ihr werdet siegen, Gott hilft euch! Ihr habt die Wahrheit, ihr habt den Ruhm und ihr habt den heiligen Willen“, ist auf dem Banner der Militärverwaltung zu lesen, der die Fassade des beschädigten Rathauses von Charkiw ziert. Der Text stammt vom ukrainischen Maler und Dichter Taras Schewtschenko (1814–1861), dessen Dichtung u. a. stark zur Entwicklung von Sprache und Nationalbewusstsein beigetragen hatte.
- Foto: KNA (August 2024)
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Friedensverhandlungen. Ukrainische Religionsgemeinschaften warnen vor einseitigen Pflichten.
Ukrainische Glaubensgemeinschaften warnen mit Blick auf Friedensverhandlungen mit Russland vor unterschiedlichen Verpflichtungen für Kiew und Moskau. Der Ukraine dürften hinsichtlich der russisch-orthodoxen Kirche, des Status’ der russischen Sprache und der Kultur keine „asymmetrischen“ Pflichten auferlegt werden, forderte der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften laut Katholischer Nachrichten-Agentur KNA am 18. August 2025. Dem Rat gehören die Spitzen der 16 wichtigsten Religionsgemeinschaften der Ukraine an – christliche, jüdische und muslimische. Das Gremium verwies darauf, dass in den von russischen Truppen besetzten ukrainischen Gebieten die Arbeit von religiösen Organisationen beschränkt oder sogar verboten worden sei.
Forderungen. Mit seiner Stellungnahme reagiert der Kirchenrat auf Medienberichte, dass der russische Staatschef Wladimir Putin bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am 15. August in Alaska auch den Schutz der bis 2022 dem Moskauer Patriarchat unterstehenden Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) verlangt habe. Ebenso soll Putin darauf bestanden haben, dass Russisch in der Ukraine Amtssprache werde. „Der russische Staat missachtet und verletzt auf seinem eigenen Territorium und noch mehr in den besetzten ukrainischen Gebieten systematisch alle Grundprinzipien der Religionsfreiheit“, so der Kirchenrat. Moskau nutze zudem die russisch-orthodoxe Kirche als „Waffe“, um „neoimperialistische Ziele in verschiedenen Ländern zu verfolgen“. Der orthodoxe Moskauer Patriarch Kyrill I. habe den russischen Angriff auf die Ukraine als „heiligen Krieg“ bezeichnet. Deswegen hätten mehrere europäische Staaten Maßnahmen gegen die russische Kirche ergriffen.
Repressalien. Sein Vorgehen gegen die UOK begründet Kiew damit, dass die Kirche nicht vollständig mit dem Moskauer Patriarchen gebrochen habe. Wegen Landesverrats, Spionage für Russland und Anstiftung zu Feindseligkeiten wurden bereits 31 Priester verurteilt. Die ukrainischen Behörden drohen der Leitung der UOK überdies mit einem gerichtlichen Verbot ihrer Tätigkeit, wenn sie demnächst keine Dokumente über ihre völlige Trennung vom Moskauer Patriarchat vorlege. Die Kirche lehnt dies aber ab. Die vorgebrachten Anschuldigungen hätten keinen Bezug zur Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, erklärte sie am Wochenende.
In der Ukraine gibt es zwei große orthodoxe Kirchen: die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche (UOK) und die dezidiert nationale Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU). Letztere ging wesentlich aus dem Kiewer Patriarchat hervor, das sich vom Moskauer Patriarchat schon Anfang der 1990er Jahre getrennt hatte.
Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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