Die Ecken und Kanten Jesu

Das AutorInnen-Ehepaar Claudia (r.) und Simone (Mitte) Paganini fesselte die Teilnehmenden beim Online-Bibel-tag mit unerwarteten Blickwinkeln auf Jesus – gesammelt in ihrem Buch „Der unbekannte Messias“. | Foto: Screenshot
  • Das AutorInnen-Ehepaar Claudia (r.) und Simone (Mitte) Paganini fesselte die Teilnehmenden beim Online-Bibel-tag mit unerwarteten Blickwinkeln auf Jesus – gesammelt in ihrem Buch „Der unbekannte Messias“.
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Der Online-Bibeltag bot Neues über den „unbekannten Messias“.

Ganz bewusst die weniger bekannten, auch „störenden“ Texte über Jesus von Nazareth und damit seine „Ecken und Kanten“ in den Blick zu nehmen, war das Anliegen der beiden Referierenden, Prof.in Claudia und Prof. Simone Paganini, in Anknüpfung an ihr 2024 erschienenes Buch („Der unbekannte Messias“) am diesjährigen Online-Bibeltag am 4. Februar. Über 80 Teilnehmende waren der Einladung des Fachbereichs Pastoral & Theologie und des Bildungsforums Mariatrost gefolgt und ließen damit auch ihr je eigenes Jesusbild durch die Impulsvorträge ein Stück weit infrage stellen.

Vor allem im Rückgriff auf außerbiblische Quellen (Apokryphen) wiesen die Lehrenden der Universitäten Innsbruck und Aachen auf einige unerwartete und zum Teil gewiss irritierende Eigenschaften des historischen Jesus hin. So präsentierten sie etwa Josef und Maria als überforderte Eltern oder Jesus als frechen, widerständischen und mitunter jähzornigen Schüler. Auch den – die Jesusbewegung unterstützenden und oftmals gut situierten – Frauen gegenüber zeige Jesus ein damals übliches androzentrisches Verhalten (Verhalten, bei dem der Mann im Zentrum steht).

Für Claudia und Simone Paganini kommt dem differenzierten, ja sogar widersprüchlichen Jesusbild eine besondere Glaubwürdigkeit zu, wenn sie feststellen: „Der einzige Grund, solche wenig vorteilhaften Episoden auch noch schriftlich zu verbreiten, ist nämlich, dass diese sich tatsächlich so zugetragen haben und zugleich der Allgemeinheit so bekannt waren, dass man sie nicht einfach unter den Tisch fallen lassen konnte.“
Nicht alle Anfragen konnten im Rahmen der sehr angeregten Diskussion geklärt werden, wie etwa die Frage, ob es nicht auch die als anstößig oder skandalös wahrgenommenen Texte sind, die das Potenzial haben, Jesus menschlicher und darum nahbarer zu machen. Gleichzeitig machen gerade diese Quellen sichtbar, „wie unmöglich es ist, mit seiner Persönlichkeit ‚fertig‘ zu werden.“

Margret Herbst und Inge Lang

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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