Weltkirche
Der Mensch als Ware
- Weltweit ist fast jedes zwölfte Kind zwischen fünf und 17 Jahren von Kinderarbeit betroffen. Mehr als die Hälfte dieser ausgebeuteten Kinder sind gar erst zwischen fünf und elf Jahre alt. Die Initiative „Kinderarbeit stoppen“ kämpft dagegen an. Das Foto zeigt Buben, die in Indien in der Ziegelproduktion arbeiten müssen.
- Foto: Dreikönigsaktion/ MPSSS CDP
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Ausbeutung, Zwangsheirat, Kinderarbeit: Der „Welttag gegen Menschenhandel“ macht aufmerksam.
Er zerstört die Hoffnung auf ein gutes Leben, verursacht Traumata und beutet Menschen für wirtschaftliche Zwecke aus: Menschenhandel. Die Anwerbung, Beförderung, Vermittlung oder Beherbergung von Menschen durch Täuschung oder Gewaltandrohung ist grausames Verbrechen und zählt zu den schwersten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit.
Dass besonders Kinder und Jugendliche von Ausbeutung durch Menschenhandel betroffen sind, darauf hat Jugend-Eine-Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer anlässlich des Welttags gegen Menschenhandel am 30. Juli hingewiesen. Betroffene würden durch Zwangsarbeit, Zwangsheirat, sexuelle Ausbeutung oder die Einbindung in kriminelle Aktivitäten ausgebeutet, so Heiserer am 29. Juli laut Aussendung der Hilfsorganisation.
Ein Drittel minderjährig. In der Hoffnung auf eine gute Schulbildung und bessere Zukunftschancen würden Eltern ihre Kinder Verwandten oder Bekannten anvertrauen. „Nicht selten landen die Kinder dann als billige Haushaltskräfte bei fremden Leuten oder werden auf andere Weise ausgebeutet“, so Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt.
Laut aktuellem Weltbericht über Menschenhandel („Global Report on Trafficking in Persons 2024“) ist fast jedes dritte registrierte Opfer minderjährig. In trauriger Ergänzung dazu weist der jüngste Bericht der in Wien ansässigen UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) für das Jahr 2022 nicht weniger als 69.627 Fälle von Menschenhandel aus; das entspricht einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zur Messung vor der COVID-19-Pandemie. 38 Prozent der Opfer sind demzufolge Minderjährige. Ähnlich sind die Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Demnach müssen weltweit rund 27,6 Millionen Menschen Zwangsarbeit verrichten – darunter 3,3 Millionen Kinder.
Kinderarbeit stoppen. Unter Menschenhandel fällt auch Kinderarbeit. Laut deutscher Bundeszentrale für politische Bildung (bpb:) waren 2024 knapp 138 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren von Kinderarbeit betroffen, was etwa 7,8 Prozent dieser Altersgruppe entspricht. Mehr als die Hälfte von ihnen sind unter 12 Jahre alt (ca. 78,9 Mio.); Buben sind häufiger Opfer von Kinderarbeit (56,9 Prozent) als Mädchen (43,1 Prozent), wobei unbezahlte Hausarbeit bei Mädchen teilweise statistisch weniger sichtbar ist.
In Österreich sind Organisationen wie Jugend Eine Welt, die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, FAIRTRADE, Kindernothilfe oder solidar Austria Bündnispartner der Initiative „Kinderarbeit stoppen!“. Langfristiges Ziel der Initiative ist, Kindern durch Bildung später ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Ihnen die Kindheit zurückzugeben, ist der notwendige Schritt davor.
Anna Maria Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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