Weltkirche
Das Ur-Verhängnis

Karl-Josef Kuschel, Theologe in Tübingen, eröffnete die Disputationes in Salzburg. | Foto: Klingen
  • Karl-Josef Kuschel, Theologe in Tübingen, eröffnete die Disputationes in Salzburg.
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Die Verführbarkeit zum Bösen beleuchtete Karl-Josef Kuschel.

Die biblische Geschichte von Kain und Abel und die Verführbarkeit zum Bösen als Ur-Verhängnis des Menschen hat der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel zum Auftakt der Gesprächsreihe Disputationes in Salzburg in den Mittelpunkt gerückt. Er führte in das Thema „Fatum“ (lat. Schicksal) ein, das im Fokus des Symposiums wie auch der Konzertreihe Ouverture Spirituelle in der Eröffnungswoche der Salzburger Festspiele steht.
Kuschel erläuterte in der SalzburgKulisse, wie sich der Urkonflikt von Kain und Abel in der Literaturgeschichte, Geschichte und Gegenwart fortschreibt und thematisierte dabei die Verantwortung des Menschen angesichts von Gewalt und Zerstörung. „Bis auf den heutigen Tag sind wir gezwungenermaßen Zeitzeugen von Brudermord-Szenarien entsetzlichen Ausmaßes“, so der deutsche Theologe in seinem Vortrag. „Gegenwärtig überziehen sich Russen und Ukrainer, Israelis und Hamas, Israelis und Iraner mit tödlichem Hass – Brudermord-Tragödien ohne sichtbares Ende.“ Das führten Medien den Menschen tagtäglich vor Augen. Das Wegschauen sei dabei „keine Option, obwohl die Versuchung groß ist – schon aus Gründen des Selbstschutzes“, betonte Kuschel.

Die Menschen müssten sich nicht dem „Wiederholungszwang“ von Kain und Abel unterwerfen. „Ob wir 2026 ein Ende der Brudermord-Tragödien erleben werden, deren Zeugen wir geworden sind: Ukraine, Gaza, Iran …?“, fragte Kuschel vorsichtig optimistisch. Erst dann beginne die „Arbeit an der Heilung der Wunden des massenhaften Brudermords“.

Die Disputationes haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 2012 zu einem fixen Bestandteil der Salzburger Festspielsaison entwickelt.

Quelle: Kathpress

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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