Kirche Steiermark
Beichten aus der Mode?
- Weihbischof Johannes Freitag stellte sich vor.
- Foto: Stanzer
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Der Diözesanrat tagte im Schloss Seggau. Mit der Nutzung von Gebäuden und dem Sakrament der Versöhnung beschäftigten sich die Delegierten. Ein neues Vorstandsmitglied wurde gewählt.
Viele interessante Punkte standen auf dem Programm der Vollversammlung des Diözesanrates am 13. und 14. Juni im Schloss Seggau. Vor allem gibt es ein neues Mitglied im Vorstand des Diözesanrates: Alois Kocher, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates in Graz-St. Vinzenz und Mitglied des Koordinationsteams Graz-Nord, folgt auf Sarah Knolly, die aus beruflichen Gründen aus dem Diözesanrat ausscheidet.
Diözesankonferenz – was nun? Den Beginn der Sitzung machte eine Zwischenbilanz zur ersten Diözesankonferenz, „ein Experiment“, so Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl. Wie es weitergeht, berichtete Weihbischof Johannes Freitag: Bis Herbst werden alle Teilnehmenden und die Gremien der Diözese mit den Zielen befasst, die aus der Konferenz abgeleitet werden. Im Februar 2026 sollen die Ziele beschlossen werden – als Strategie für die nächsten fünf Jahre. „Bitte gehen wir diesen Weg gemeinsam weiter“, so Bischof Wilhelm.
Religionsunterricht im Wandel. Sein Ressort stellte Walter Prügger vor. Es umfasst das Amt für Schule und Bildung, den Bereich Kunst & Kultur sowie das Bildungsmanagement und die Erwachsenenbildung. Ein Knackpunkt ist der Religionsunterricht. Während man in den höheren Schulen nur ausgebildete Lehrkräfte habe, sei das in den Pflichtschulen nicht mehr so. Seit 2016 setze man vermehrt auf QuereinsteigerInnen mit professioneller Begleitung, um den Bedarf abzudecken. Bischof Wilhelm Krautwaschl sprach ein klares Wort: „Die Sakramenten-vorbereitung wird in Zukunft durch die Pfarren gemacht werden müssen, denn der Dienst der Lehrerinnen und Lehrer ist ein schulischer.“
Zukunft kirchlicher Gebäude. Bei der Vorstellung des Gebäudemanagements zeigte sich einmal mehr, wie schwierig der Erhalt von kirchlichen Bauwerken ist. Die Gebäudeerhaltung werde immer öfter zur Belastung, erklärten Josef Niederl, Leiter der diözesanen Bau- und Immobilienabteilung, sowie Ökonom Martin Halmer. Die Einteilung in Kirchentypen, Versorgungsräume, Büros und Servicezentren, Wohnräume und sonstige Gebäude soll den Seelsorgeräumen helfen, ihre pastoralen Bedürfnisse gut planen zu können. Ein Schwerpunkt liege auf Servicezentren in den SR. Sie sollen Orte für seelsorgliche Begleitung und Unterstützung in der Verwaltung sein. „Mit Corona hat die Besuchsfrequenz in den Pfarrkanzleien dramatisch abgenommen. Viele sind auf Online-Angebote umgestiegen“, erklärt Peter Possert-Jaroschka die Motivation hinter den Servicezentren, welche die Pfarrkanzleien mit der Zeit ersetzen sollen.
Versöhnen mit Gott. Über das Sakrament der Versöhnung/Beichte berichtete Anton Witwer SJ, der dieses Thema mit Kanonikus Christian Leibnitz und weiteren Experten im Rahmen einer diözesanen Arbeitsgruppe bearbeitet hat. In der Diskussion stellte sich heraus, dass dieses wichtige Sakrament aus der Mode gekommen ist. Statt der Versöhnung mit Gott wegen der eigenen Fehler würde vermehrt die Schuld bei anderen gesucht werden. „Wo ist mein Anteil an dem, was mir zu schaffen macht?“ – Das sei nach Pater Anton Witwer die entscheidende Frage. Nun gehe es darum, den Menschen zu helfen, „die befreiende Erfahrung der Versöhnung mit Gott durch die Beichte zu machen“. Man müsse nicht Sünden bekennen, sondern dürfe Schuld abladen bei Gott. Denn wir alle stünden sündig vor Gott, der trotzdem „ja“ zu uns sage, so P. Witwer.
Thomas Stanzer/Redaktion
Kontakt
Der Diözesanrat vertritt die KatholikInnen der Diözese repräsentativ. Bei Fragen/Anliegen wenden Sie sich an dioezesanrat@graz-seckau.at. Näheres auf www.katholische-kirche-steiermark.at/dioezesanrat
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.