Pfarrgemeinderatswahl 2022
Proaktiv statt reaktiv

Bei Online-Foren können sich alle am pfarrlichen Leben und vielleicht an einer Kandidatur für den nächsten Pfarrgemeinderat Interessierten beteiligen.
  • Bei Online-Foren können sich alle am pfarrlichen Leben und vielleicht an einer Kandidatur für den nächsten Pfarrgemeinderat Interessierten beteiligen.
  • Foto: farrgemeinderat.at
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Wozu Pfarre? Erstes Online-Forum auf dem Weg zur kommenden Pfarrgemeinderatswahl.

Erst 97, dann 123, 245 … in den letzten Minuten vor Beginn der Online-Veranstaltung klettern die Teilnahmezahlen rasant nach oben. 300 Frauen und Männer aus ganz Österreich und mit unterschiedlichsten kirchlichen Funktionen nehmen schließlich am ersten von vier Onlineforen rund um die Themen Pfarre und Pfarrgemeinderat teil. Es trägt den durchaus provokanten Titel „Wozu Pfarre?“

Auf diese Frage antwortet Prof. Klara Csiszar von der Katholischen Privatuniversität Linz: „Ich stelle mir die Frage ‚Wozu Kirche?‘ fast jeden Tag. Die Antwort darauf ist auf die Pfarre übertragbar.“ Für die Theologin sind Pfarre und dadurch Kirche, Mensch und Gott drei Teile eines Ganzen. Ein Teil bedinge die anderen. Die Mission der Kirche sei, das Werkzeug Gottes zu sein und das Evangelium und die Liebe Gottes zu vermitteln mit der Kernbotschaft, dass das Leben und die Liebe das letzte Wort haben und nicht der Tod.

Csiszar fährt fort: „Wie schaffen wir es als Pfarre, aber auch als Ortskirche oder sogar als Weltkirche, unsere Kernbotschaft zum Ausdruck zu bringen?“ Auf Papst Franziskus verweisend ermutigt die Referentin die Pfarren, offen zu sein für die Menschen und auf diese zuzugehen. Im Idealfall schaffen es die Pfarrgemeinden, ihre Stärken zu nutzen und den Menschen den Sinn des Lebens näherzubringen. Der da sei, nicht um sich selbst zu kreisen, sondern für andere da zu sein. „Der Mensch ist mehr als er selbst“, verweist Csiszar auf Viktor Frankl.

Die Zukunft gehöre der „proaktiven Pfarre“. Diese will nicht bewahren, sondern aufbrechen zu Neuem, sucht stets Lösungen, ist offen für neue Herangehensweisen und schenkt jenen wertfreie Aufmerksamkeit, die sich danach sehnen. Sie ist quasi ein Abbild eines „Lebens in Fülle“, ein Raum, in dem die Menschen „in kleinen Schritten zu neuer Erkenntnis aufbrechen können“. Platz ist dort vor allem auch für Jugendliche, die gestalten und mitbestimmen können.

Nach dem inhaltlichen Impuls (nachzusehen auf www.pfarrgemeinderat.at) wurde in 35 Kleingruppen an der Frage nach pro-aktiven oder reaktiven Handlungen in den Pfarren weitergearbeitet.
Am 20. März 2022 ist Wahlsonntag in den österreichischen Pfarren: Rund 40.000 KandidatInnen werden sich bereit erklären, für fünf Jahre als PfarrgemeinderätInnen Verantwortung zu übernehmen und das Pfarrleben zu gestalten. Ein Jahr davor beginnen sich die Pfarren in ganz Österreich Gedanken über die bevorstehende Wahl zu machen.


PGR-Foren - 
Themen und Termine

Unter dem Motto „Reden wir darüber!“ gibt es anstelle eines coronabedingt nicht möglichen Pfarrgemeinderatskongresses vier Online-Foren. Nach dem Start am 12. April gibt es drei weitere Termine, für die man sich unter www.pfarrgemeinderat.at kostenlos anmelden kann.
Dienstag, 20. April: Sehen wir die Kirche an anderen Orten? Mit Univ.-Prof. Christian Baur.
Mittwoch, 28. April: Wie nutzen wir Freiräume? Mit Univ.-Prof. Johann Pock.
Donnerstag, 6. Mai: Wie schaffen wir Platz für Talente und ermöglichen Beteiligung? Mit Gabriele Viecens. Jeweils von 18 bis 20 Uhr.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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