Jesuit Volunteer
Das Kleine schätzen

Engagiert in der Landwirtschaft sowie in Schule und Kindergarten half die Grazerin Benedicta Opis (2. v. r.) in Kambodscha, bis sie wegen der Corona-Krise ihren Einsatz vorzeitig abbrechen musste. Unvergesslich bleiben ihr die Erfahrungen, herzlich aufgenommen worden zu sein und zu mehr Umweltbewusstsein beigetragen zu haben.
  • Engagiert in der Landwirtschaft sowie in Schule und Kindergarten half die Grazerin Benedicta Opis (2. v. r.) in Kambodscha, bis sie wegen der Corona-Krise ihren Einsatz vorzeitig abbrechen musste. Unvergesslich bleiben ihr die Erfahrungen, herzlich aufgenommen worden zu sein und zu mehr Umweltbewusstsein beigetragen zu haben.
  • Foto: privat
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In Kambodscha half Benedicta Opis als Jesuit Volunteer in einem Montessori-Schulprojekt. Bis Corona kam. Begeistert erzählt sie.

Fünf Monate lebe und arbeite ich in Croap, einem ländlichen Projekt im Westen Kambodschas. Meine zwei großen Arbeitsgebiete sind die Schule und der Kindergarten sowie der Versuch, das Projekt ein wenig nachhaltiger zu gestalten. Das geht immer besser zusammen. So sammeln wir einmal in der Woche mit den Schülerinnen und Schülern Müll ein, sprechen mit ihnen über Plastik und Alternativen und versuchen ihnen einen achtsamen Umgang mit der Natur vorzuleben. Es bereitet mir große Freude, dass die Kinder nach und nach ein Bewusstsein für Umweltschutz bekommen.
Vor ein paar Wochen hat eine meiner Schülerinnen, als wir durch den Wald gewandert sind, eine Dose hochgehoben und in den nächsten Mistkübel geschmissen – und das, obwohl wir gerade eigentlich nicht Müll eingesammelt haben. Was für andere vielleicht eine Kleinigkeit bzw. Selbstverständlichkeit ist, hat mich sehr berührt. Einfach weil es zeigt, dass meine Arbeit hier anfängt, kleine Früchte zu tragen. Noch schöner ist es, dass die Kinder die alten Verhaltensmuster anfangen zu hinterfragen. Und aus diesen Kindern werden die Erwachsenen von morgen.
Auch bei den heutigen Erwachsenen ändert sich nach und nach das Bewusstsein: Am Markt wird mittlerweile mit viel weniger Plastik eingekauft, Becher und Strohhalme aus Bambus werden gebaut, und die Womens Group hat viele Ideen, wie man Deko aus Naturmaterialien selbst herstellen kann. Es sind zwar kleine Schritte, aber sie gehen in die richtige Richtung.
Ich habe in meiner Zeit hier also gelernt, noch mehr die kleinen Dinge wertzuschätzen – bei der Arbeit, aber auch beim Zwischenmenschlichen. Was das angeht, kann ich von ganzem Herzen sagen, dass ich hier eine zweite Familie gefunden habe. Ob es meine Mitbewohnerinnen sind, mit denen ich lange Gespräche führe und viel lache, die anderen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, mit denen ich beim Essen scherze oder abends tanze, oder aber die Kinder, die, sobald sie mich sehen, mit offenen Armen auf mich zugelaufen kommen und mir so viel Liebe geben, wie man sich nur vorstellen kann.
Ich bin vor Monaten als Fremde gekommen und wurde wie selbstverständlich aufgenommen. Ich habe gelernt, wo eine gemeinsame Sprache wichtig ist und wo auch einfach nur gemeinsam Tanzen ausreicht, um sich zu verständigen und sich nah zu fühlen, egal woher man kommt.

Im Einsatz
Jesuit Volunteers
Der internationale Freiwilligendienst der Jesuiten „Jesuit Volunteers“ richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren. Die Freiwilligen leben und arbeiten für ein Jahr in einem Sozial­projekt mit und passen sich den dortigen Lebensge­wohn­heiten an. Die Einsatz­stellen der Jesuit Volunteers verteilen sich weltweit.
„Jesuit Volunteers“ richtet sich einerseits an junge Schul­abgänger oder Studierende. Es gibt aber auch immer wieder Freiwillige, die ein Jahr Auszeit von ihrem Beruf nehmen oder sich nach der aktiven Berufsphase den Traum eines Auslandsjahres erfüllen.
https://jesuiten.at/jesuit-volunteers/

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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