Geschichte
Zertrümmerung

Die Grazer Synagoge auf einer Ansicht aus dem Jahr 1915. In den Jahren 1890–1892 errichtet, fiel auch sie dem Pogrom von 1938 zum Opfer. Das nachfolgende Gotteshaus wurde, am selben Platz, auch aus Steinen dieser Synagoge errichtet und am 9. November 2000 feierlich eröffnet. | Foto: Wikipedia
  • Die Grazer Synagoge auf einer Ansicht aus dem Jahr 1915. In den Jahren 1890–1892 errichtet, fiel auch sie dem Pogrom von 1938 zum Opfer. Das nachfolgende Gotteshaus wurde, am selben Platz, auch aus Steinen dieser Synagoge errichtet und am 9. November 2000 feierlich eröffnet.
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November-Pogrome. Am 9. November 1938 brannten Synagogen. Schon in den Jahren zuvor markiert der Tag historisch Wegmarken.

Es gibt Tage, die stehen für sich: Der 1. Jänner etwa, der in vielen Kulturen und Religionen den Jahresstart markiert und zugleich die Hoffnung auf etwas Neues, Gutes. Ganz anders verhält es sich indes mit dem Datum des 9. November. Durch die Ereignisse der Jahre 1923, 1936 und 1938 gelangte der Tag zu furchtbarer Berühmtheit.

Zwischen den Kriegen
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, der von 1914 bis 1918 dauerte und bei dem etwa 17 Millionen Menschen den Tod fanden, wurde am 9. November in Deutschland die Republik ausgerufen, drei Tage später auch in Österreich. Bereits fünf Jahre später erfolgte, am 8. und 9. November 1923, ein Putschversuch durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Der gebürtige Österreicher Adolf Hitler und der deutsche General Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff wollten auf diesem Weg die Reichsregierung in Berlin stürzen, scheiterte aber – vorerst noch. Als Adolf Hitler knapp zehn Jahre später Deutscher Reichskanzler ist, werden Menschen jüdischen Glaubens zusehends ausgegrenzt, entrechtet, verfolgt und schließlich auch ermordet.
Am 9. November 1936 entfernen Nationalsozialisten in Leipzig das dem jüdischen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) gewidmete Denkmal. Wie der Musiker, so sollten zwischen 1933 und 1945 geschätzt über 2000 deutsche Kunstschaffende ihre Heimat verlassen müssen – entweder, weil sie jüdischer Herkunft waren, dem Regime politisch missfielen oder sich für moderne Strömungen einsetzten.

Verwüstung
Zwei Jahre später fand der Rassenwahn vorerst einen Höhepunkt in den Pogromen (siehe Kasten) der Nacht von 9. auf 10. November 1938. Um die 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume von Jüdinnen und Juden wurden vernichtet, tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe gestürmt oder zerstört.
Diese Pogrome des Jahres 1938 markieren in Deutschland und in Österreich systematische Vertreibung und Unterdrückung. Ab dem 10. November 1938 sollten Deportationen von Menschen in Konzentrationslager folgen und industrieller Massenmord.

Das Wort „Pogrom“
Der oder das Pogrom, ist ein aus dem Russischen stammendes Wort für „Verwüstung“ oder „Zertrümmerung“. Es steht für Hetze und gewalttätige Angriffe gegen Leben und Besitz einer religiösen, nationalen oder ethnischen Minderheit – mit Duldung oder Unterstützung der Staatsgewalt. Der Begriff entwickelte sich ab 1881 infolge antijüdischer Angriffe im zaristischen Russland und hat mittlerweile Eingang gefunden in die Umgangssprache und die wissenschaftliche Fachsprache. Quelle: Wikipedia

Anna Maria Steiner

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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