Familie
Im Jahreskreis der Hornissen
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Interessantes über die größten heimischen Wespenartigen.
Nach ihrer Überwinterung suchen sich die Hornissenköniginnen im Frühling einen Platz für ihr Nest. Sie gehen minimalistisch vor, bauen vorerst ein kleines Nest – meist in Nisthöhlen. Wenn die Höhle im Sommer für das Volk zu klein wird, wird kurzerhand ein größeres Nest gebaut, in das das gesamte Volk umzieht.
Im September wird das neue, größere Nest für Drohnen (Männchen) und Königinnen mit besonders großen Waben ausgestaltet. Wenig später werden häufig sukzessive Larven aus dem Nest geworfen, um den Nahrungsbedarf der Kolonie bzw. des Volks zu reduzieren.
Im Oktober ist dann Paarungszeit: Die Jungköniginnen suchen sich Drohnen für die Fortpflanzung. Gegen November beziehen die Königinnen neue Winterquartiere, während die kurzlebigen Arbeiterinnen und Drohnen sterben. Die Königinnen sterben ebenfalls, nachdem sie in nur einem Jahr einen Hornissenstaat auf die Beine stellen konnten. Nur die eben begatteten Jungköniginnen überwintern, von ihnen überleben jedoch auch nur etwa zehn Prozent.
Was tun bei Hornissen-Nestern? Gut zu wissen ist, dass Hornissen ihr Nest nie zweimal an derselben Stelle bauen. Befindet sich also in einem Jahr ein Nest an einer „unpraktischen Stelle“, kann man davon ausgehen, dass die Brummer im kommenden Jahr nicht dahin zurückkehren. Sollte ein Nest trotzdem – aufgrund einer Allergie und der Nähe zu Wohnräumen – stören, sollte es fachgerecht entfernt werden.
naturschutzbund.at
Zu Unrecht gefürchtet
Hornissen sind im Grunde genommen friedlich. Wenn sie sich bedroht fühlen, flüchten sie eher, als sie angreifen. Sollte man doch mal einen Stich abbekommen, ist das im Normalfall kein Grund zu Sorge: Hornissen haben – wie Bienen und Wespen – einen Giftstachel, den sie in der Regel dazu verwenden, um ihre Beute zu lähmen und zu töten. Für uns Menschen ist ein Hornissenstich weder schmerzhafter noch gefährlicher als ein Wespen- oder Bienenstich.
Vorsicht ist nur bei Allergien gegen das Hornissengift geboten. Wichtig: Ist man gegen Wespen-/Bienenstiche allergisch, geht damit nicht automatisch eine Hornissenstich-Allergie einher.
SICHTUNGEN
www.naturbeobachtung.at
Neben der heimischen Europäischen Hornisse, Vespa crabro, ist auch die invasive Asiatische Hornisse, Vespa velutina (im Bild), hierzulande verbreitet.
Um mehr zum (Zusammen-)Leben der beiden Arten herauszufinden, bittet der Naturschutzbund, Hornissenbeobachtungen mit einem Foto online auf seiner Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen.
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Nachgedacht
Besser als ihr Ruf
Hornissen sind in vielen Teilen Österreichs geschützt und halten das Ökosystems in Balance, indem sie beispielsweise Schädlinge im Garten stark reduzieren. Im Gegensatz zu anderen Tieren interessieren sie sich nicht für Süßes oder Fleischiges, so stören sie also weder beim Picknick noch bei der Grillerei. Erwachsene Hornissen ernähren sich von Nektar, Fallobst und verschiedenen Pflanzensäften, an die sie durch Annagen von Ästen und über Baumwunden kommen.
Im Larvenstadium sind Hornissen allerdings reine Insektenfresser. So können die Arbeiterinnen jeden Tag bis zu 500 Gramm Insekten ins Nest schaffen. Hat man Hornissen im Garten, wird man automatisch mit weniger Wespen, Fliegen, Käfern und Gartenschädlingen zu kämpfen haben.
Hornissen sind wahre Workaholics: Sie arbeiten beinahe pausenlos – fast 24 Stunden täglich – um Nahrung, Wasser und Baumaterial für ihre Nester zu beschaffen und können sich auch in völliger Dunkelheit gut orientieren. Erstaunlich ist auch, dass Hornissen laut Studien menschliche Gesichter wiedererkennen und sich mit Menschen gewissermaßen „anfreunden“ können. So reagieren sie bei ihnen bereits bekannten Personen wohl noch entspannter als sie es ohnehin wären.
naturschutzbund.at
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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