4.Adventsonntag: Bischof Alois Schwarz
Die Gnade, glauben zu dürfen

Jedes Jahr aufs Neue Weihnachten zu feiern, bedeutet vor allem, sich an die unendliche Liebe unseres Gottes zu erinnern.
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Wir nähern uns in großen Schritten dem Weihnachtsfest und es könnte sein, dass ich Sie, liebe Leserin, lieber Leser, damit in große Unruhe versetze, weil es noch so vieles zur Festvorbereitung zu tun gibt. Vielleicht hadern Sie auch manchmal mit dieser Botschaft, die sich ja schwer beweisen, sondern vielmehr bloß glauben lässt. Doch genau dahinein möchte uns der Prophet Jesaja an das Ziel unseres Weges erinnern. Das Zeichen, das wir für unseren Glauben an Gott erhalten, ist die Hoffnung darauf, wozu wir diesen Weg zu Gott eingeschlagen haben. „Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immánuel — Gott mit uns – geben.“
(Jes 7,14)

Freilich, es ist kein greifbarer Beweis dafür, dass alles genau so stattgefunden hat. Es ist aber ein enormes Geschenk, ein Mehrwert, dies glauben zu können. In der Sprache der Bibel sagen wir dazu: Es ist eine Gnade, dieses Zeichen, das Gott uns schenkt, wahrnehmen und glauben zu können.

Er soll in dir geboren werden und groß werden dürfen, denn du bist mir so bedeutsam und wertvoll.

Paulus schreibt im Brief an die Römer von der Gnade, die den Gruß der Glaubenden untereinander ausdrückt und damit eine Verbindung und Einheit in Gott schafft. „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ (Röm 1, 7b) Was für ein Zuspruch! Anders übersetzt könnte man sagen: Du an Gott glaubender Mensch, du kannst dich glücklich schätzen, denn durch deinen Glauben an Gott wirst du SEINEN Frieden und SEINE Liebe spüren. Damit ich dich in deinem Glauben unterstützen und begleiten kann, schenke ich mich dir, mein geliebter Mensch, in Jesus Christus meinem Sohn. Er soll in dir geboren werden und groß werden dürfen, denn du bist mir so bedeutsam und wertvoll, dass ich das Liebste von mir für dich schenken will.

Es ist ein unglaubliches Geschenk, das Gott für uns bereithält – auch an diesem Weihnachtsfest wieder. Jedes Jahr aufs Neue Weihnachten zu feiern, bedeutet vor allem, sich an die unendliche Liebe unseres Gottes zu erinnern. Es ist keine Angelegenheit im Außen, sondern ein tiefes Erlebnis in unserem Herzen.

Gott fordert unseren Mut

Im Evangelium lesen wir, dass Gottes Wege nur über unsere Seele zu einem Herzensanliegen werden können. Am Beispiel von Josef können wir erkennen, dass Gott unseren Mut fordert und vor allem die Stimme unseres Herzens schulen will. Da heißt es: „Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.“ (Mt 1,24) Die Welt draußen hätte von ihm eine andere Haltung erwartet. Die Welt, in der wir leben, hat für die Fürsorge Josefs kein Verständnis, im Gegenteil, diese Art, mit solchen Situationen umzugehen, wird schnell als Schwäche bzw. Unfähigkeit abgewertet. Doch durch die Liebe zu seiner Verlobten Maria und in der übergroßen Verbundenheit zu Gott geht Josef einen nicht erwarteten, einen anderen Weg – nicht gedemütigt, sondern im Bewusstsein und in der reifen Entscheidung, dass Gott ihn in der Liebe zu Maria und dem Kind führt und begleitet. Er erkennt eine neue Aufgabe durch die Botschaft des Engels und nimmt damit Maria und ihr Kind in seiner übergroßen Liebe bei sich auf. Es ist eine unglaublich große Gnade, in der Verbindung zu Gott, die Freiheit schenkt und das irdische Besitzen-Wollen übersteigt.

Weihnachten bietet eine neue Chance loszulassen, was uns an irdischen Verstrickungen zugemutet wird. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, dass das bevorstehende Weihnachtsfest diese Erfahrung in Ihrem Herzen ermöglicht. Möge Ihnen neben allen äußeren Anforderungen und Aufgaben dafür Zeit und Raum bleiben, das Kind im Stall von Bethlehem in Ihrem Herzen für Sie ganz persönlich neu zu entdecken. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und den damit verbundenen Frieden, den die Welt so dringend braucht.

Ihr
Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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