Sr. Karina Beneder
Umwelt lehrt uns: Es gibt noch viel Gutes zu tun
- Sr. Karina Beneder bei einem Pfeiler auf dem auf Spanisch „heiliger Franz von Assisi“ steht.
- Foto: zVg
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Die Franziskanerin Sr. Karina Beneder lebt und wirkt in Zwettl. Als Umweltpädagogin und Missionarin hat sie Menschen die Bedeutung des Umweltschutzes auch schon in Ländern des Globalen Südens näher gebracht.
Der heilige Franziskus, dessen 800. Todestag wir heuer im Oktober feiern dürfen, hat uns auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur aufmerksam gemacht. Für ihn war die Schöpfung nicht bloß die Umwelt des Menschen, sondern ein Geschenk Gottes. Jedes Geschöpf hat seinen eigenen Wert, damit das Zusammenspiel der Schöpfung gelingt.
Besonders bekannt ist sein Sonnengesang, den er seinem Mitbruder Leo zwei Jahre vor seinem Sterben diktiert hat, da er selber fast blind war. Darin spricht Franziskus die Sonne, den Wind und das Feuer als Bruder an, den Mond und das Wasser als Schwester und die Erde als Mutter. Mit diesen Bildern drückt er aus, dass alle Geschöpfe miteinander verbunden sind. In der wunderbaren Gemeinschaft von Galaxien, Pflanzen, Insekten und Tieren wird Gott gelobt. Wir Menschen dürfen nicht Herrscher der Natur sein, sondern sollen einen wertvollen Beitrag zum Gelingen des Miteinanders leisten.
Vorbild für Umweltbewegung
Diese Haltung zeigte sich auch im Leben von Franziskus. Zahlreiche Überlieferungen erzählen von seinem respektvollen Umgang mit den Tieren, etwa von seiner Predigt mit den Vögeln oder der Begegnung mit dem Wolf von Gubbio. Ob alle Geschichten historisch sind, ist nicht so wichtig. Franziskus war ein Mensch des Friedens, der die Mitgeschöpfe achtete und mit ihnen in Harmonie lebte. Seine Sicht auf die Schöpfung ist bis heute ein Vorbild für viele Christen und Umweltbewegungen.
Franziskus ist auch mir als Franziskanerin mit seiner Haltung bzgl. Verantwortung für die Schöpfung ein großes Vorbild. Mit den Jahren in der franziskanischen Gemeinschaft bin ich immer mehr in diese Denk- und Lebensweise hineingewachsen.
Ich bin dankbar für meinen Einsatz in Ghana und Peru, sowie für die Arbeit im Verein für franziskanische Bildung bei den Kindern in der Schule in Zwettl.
Viele Menschen auf unserer Mutter Erde leben in einer nicht freiwillig gewählten Armut. Wie die meisten damit umgehen, beeindruckt mich, davor habe ich größten Respekt. So könnte ich nicht leben, daher versuche ich, den Armen zu helfen, wo es möglich ist. Vor allem in nachhaltigen Projekten wie Ausbildung von Kindern und Jugendlichen und Aufzucht von Bäumen. In Peru unterstützen wir von „Wir wollen helfen Zwettl“ unsere Partnerschule Santa Bernardita, die als ökologische Schule geführt wird. Sie wurde auf einer ehemaligen Müllhalde errichtet und bietet den Kindern nicht nur Bildung für ihre Zukunft, sondern lehrt sie auch, auf die Geschenke unserer Erde aufzupassen. Diese Schule ist eine lebendige Schule, in der die Kinder den Umgang mit den Geschöpfen so „nebenbei“ lernen, da sie dort mit Bäumen, Blumen, Hasen, Hühnern, ... leben können.
Beginne mit dem Notwendigen, dann tue das Mögliche,
und plötzlich schaffst du das Unmögliche.
In den letzten Jahren haben wir in Peru drei Baumschulen aufgebaut, die gut funktionieren und so das Gebiet der Anden bei Junin und das Armenviertel in Chorrillos, Lima, begrünen. Es ist uns bewusst, dass wir in dieser Hinsicht noch sehr viel lernen und probieren müssen. So haben wir auch eine Recyclinganlage installiert, wo aus Altplastik brauchbare Seifenschalen, Blumentöpfe und Sitzbänke hergestellt werden können.
Dem heiligen Franziskus wird dieser Spruch zugeschrieben: „Beginne mit dem Notwendigen, dann tue das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“
Als Franziskanerin soll und möchte ich nach diesem Motto leben und handeln. So habe ich aus eigener Erfahrung schon erlebt, Unmögliches zu schaffen. Da denke ich z. B. auch an die Wasserfilteranlage für unsere Partnerschule. Die Kinder haben Trinkwasser, das es sonst an keinem Ort in Peru gibt.
Einfachheit und Liebe zu den
Geschöpfen
Mit seiner Einfachheit und Liebe zu den Geschöpfen der Natur ist mir der heilige Franziskus darin eine große Hilfe. Immer wieder habe ich in schwierigen Situationen durch ihn, aber auch durch Menschen in der Heimat Hilfe erfahren, sodass scheinbar unmögliche Umweltprojekte umgesetzt werden konnten. Dafür bin ich von Herzen dankbar.
Es gibt auf der Welt noch sehr viel Gutes zu tun. Das lehrt uns die Umwelt, wenn es zu heiß wird auf unserem Planeten oder wenn Überschwemmungen kommen in Gebieten, die nicht darauf vorbereitet sind.
Das Wirken des heiligen Franziskus ist heute genau so aktuell und notwendig wie vor 800 Jahren! Sr. Karina Beneder
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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