Sommerserie: Basilika Sonntagberg
Mostviertler Wahrzeichen

Pfarrer P. Franz Hörmann zeigt auf den Hochaltar mit dem berühmten Dreifaltigkeits-Gnadenbild. | Foto: Wolfgang Zarl
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  • Pfarrer P. Franz Hörmann zeigt auf den Hochaltar mit dem berühmten Dreifaltigkeits-Gnadenbild.
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Die Wallfahrtskirche Sonntagberg, die der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht ist, erfreute sich in den letzten Jahren einer Revitalisierung. Folge 10 unserer Sommerserie.

Die Basilika Sonntagberg ist eine der 13 „Kirchen der Hoffnung“ in unserer Diözese St. Pölten, dort kann man sich den Buchstaben „J“ für das Pilgerarmband holen. „Ich kann nur staunen, wie viele Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung unterwegs sind. Viele, die den neuen Wallfahrtsweg Via Trinitatis gehen, Pilger, die von Maria Taferl über Seitenstetten auf den Sonntagberg kommen, Pilger, die von weit her von hier aus nach Mariazell gehen, Pilger zu Fuß oder mit dem Fahrrad, etwa auf dem Sebaldusweg, der Oberösterreich und Niederösterreich verbindet“, erzählt Superior Pater Franz Hörmann, Pfarrer am Sonntagberg. Er gehört dem Konvent des Benediktinerstifts Seitenstetten an, das den Sonntagberg betreut. Ein Tipp für heiße Tage: Die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit und zum heiligen Michael ist auch im Sommer wirklich angenehm kühl.

Betreuung durch Stift Seitenstetten

Es sei bewundernswert, wie viele im heurigen Heiligen Jahr als Pilger der Hoffnung unterwegs sind, so Pater Franz. Seit Jahrhunderten zählt der Sonntagberg zu den wichtigsten Wallfahrts- und Pilgerzielen Mitteleuropas. Aber nicht nur die Geschichte macht diesen außergewöhnlichen Kraftort bedeutsam. Die Basilika gilt als Hauptwerk des genialen Baumeisters Jakob Prandtauer und die Fresken des Daniel Gran können wohl als einzigartig bezeichnet werden.

Es ist bewundernswert, wie viele heuer als „Pilger der Hoffnung“ unterwegs sind.

Die Kirche ist ein spirituelles Zentrum und ein wunderbarer Ausflugsort mit prächtiger Aussicht. Highlights der Umgebung sind der sagenumwobene Türkenbrunnen und der Panoramahöhenweg. Das Andenkengeschäft, das Pilgerbüro, der Waldlehrpfad und natürlich die umfangreichen Rad-, Wander- und Pilgerwege laden zum Wiederkommen ein.

Viele bemühen sich um eine Revitalisierung des Wallfahrtsortes, freut sich Pater Franz. Dazu zählen auch die hochkarätigen „Sonntagberger Nachtgespräche“, „Orgel zu Mittag“ im Sommer und natürlich die vielen Wallfahrten. Federführend bei der Revitalisierung ist der 2013 gegründete Verein „Basilika Sonntagberg“, dessen Obmann der frühere Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka ist, sein Stellvertreter ist Abt Petrus Pilsinger.
Die Wallfahrtsbasilika Sonntagberg ist weit mehr als ein historisches Gotteshaus: Sie ist ein spirituelles Zentrum, architektonisches Meisterwerk und eine lebendige Pilgerstätte. Mit ihrer reichen Geschichte, künstlerischen Pracht und aufgrund des fortdauernden Restaurierungsengagements bleibt sie ein bedeutendes Wahrzeichen im Mostviertel und weit darüber hinaus.

Die Basilika, weithin sichtbar auf einem Bergrücken gelegen, ist ein barocker Monumentalbau mit markanter Doppelturmfassade, errichtet zwischen 1706 und 1732 nach Plänen von Jakob Prandtauer und Josef Munggenast. Geschichtlich geht der Standort jedoch auf eine Kapelle zurück, die auf Initiative von Abt Benedikt I. von Seitenstetten bereits 1440 geschaffen wurde – damals noch in unmittelbarer Nähe zum sogenannten „Zeichenstein“, einem Fels, dem Legenden Wunder zuschreiben.

Dreifaltigkeit und Gnadenbild

Die Kirche ist der Heiligsten Dreifaltigkeit und dem Erzengel Michael geweiht. Ein zentrales Element ist das Gnadenbild oder die Darstellung des Gnadenstuhls – eine Kupfertafel am Zeichenstein von 1614, die später in den Hochaltar integriert wurde.

Künstlerische Meisterwerke

Die Deckenfresken stammen von Daniel Gran (1738–1743) und zeigen Szenen der Offenbarung Gottes als Dreifaltigkeit. Die prächtige Kanzel sowie der Hochaltar wurden in den 1750er-Jahren von Melchior Hefele geschaffen – ein herausragendes Werk der Altarbaukunst im 18. Jahrhundert, mit Reliefs, Marmorsäulen und einem Baldachin, getragen von figürlichen Darstellungen aus dem Alten Testament. Die spätbarocke Orgel (2 Manuale, 25 Register) wurde von Franz Xaver Christoph 1776 für die Kirche gebaut und gilt als eines der bedeutendsten Instrumente ihrer Zeit.

Bedeutung als Wallfahrtsort

Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich der Sonntagberg zu einer der wichtigsten Wallfahrtsstätten Österreichs, vergleichbar mit Mariazell und Maria Taferl. 1964 erhielt die Kirche von Papst Paul VI. den Ehrentitel Basilica Minor.

Seit Jahrhunderten bringen Wallfahrer und Pilgernde ihre Anliegen, Geschichten und ihren Dank auf den Sonntagberg. Ihre Votivgaben werden in der Schatzkammer Sonntagberg verwahrt. Neben den Votivgaben finden sich wertvolle Priestergewänder sowie spannende Einblicke in die Mirakelbücher der Bibliothek. In diesen Büchern wurden viele auffällige und wundersame Begebenheiten eingetragen. Ein weiterer Sonderausstellungsraum lässt den Blick weit über das Mostviertel und hoch in die Basilika schweifen.

Restaurierungen und Erhalt

Seit 2015 läuft die Generalsanierung der Wallfahrtskirche Sonntagberg. In den letzten beiden Jahren wurden u. a. die Restaurierung der Raumschale und der sechs Seitenkapellen, Arbeiten an der Kanzel und weiterer Ausstattungsteile sowie punktuelle Maßnahmen an der Fassade vorgenommen. Die zehnte Etappe widmet sich dem Innenraum, der Restaurierung von Hochaltar, Kirchenbänken, Taufbecken, Zeitsteinlegende und der Installation einer Klimaampel. In der elften Etappe folgen die Restaurierung der Orgel und der Votivbilder, die Sanierung der restlichen Fassaden des Neuhauses und des historischen Türkenbrunnens.

Bischof Schwarz sagte zur Bedeutung des Ortes: „Die Schönheit und der Glanz des Sonntagbergs schaffen für die Menschen eine innere Stabilität, eine innere Ausgeglichenheit und inneren Trost.“

Pfarrer P. Franz Hörmann zeigt auf den Hochaltar mit dem berühmten Dreifaltigkeits-Gnadenbild. | Foto: Wolfgang Zarl
Die eindrucksvolle Statue des hl. Benedikt | Foto: Wolfgang Zarl
Die Basilika Sonntagberg | Foto: www.sonntagberg.at
Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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