Fußball-WM 2026
Die wunderbarste Nebensache der Welt
- Die spanischen Fans jubeln beim Finale in New York mit der „Furia Roja“ (Spitzname der spanischen Nationalmannschaft) über den Sieg gegen Argentinien.
- Foto: Tobias Käufer/KNA
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Spanien hat die Fußball-Weltmeisterschaft verdient für sich entschieden. Die WM hat Millionen Menschen bis zum Schlusspfiff am 19. Juli in ihren Bann gezogen. Beeindruckend waren die christlichen Bekenntisse vieler Stars.
Bischof Alois Schwarz hat mit seinem Tipp goldrichtig gelegen. Zur Erinnerung: Bei der großen „Kirche bunt“-Umfrage im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, USA und Mexiko war Österreichs Sportbischof vom Triumph Spaniens überzeugt, auch mehrere weitere Experten trauten den Iberern den Sieg zu.
Teams kämpften miteinander, Spieler beteten gemeinsam, Millionen schauten Fußball in Gemeinschaft, damit niemand alleine bleibt.
Es war ein Turnier der Superlative: Erstmals nahmen 48 Teams teil, bei den 104 Spielen wurde ein neuer Zuschauerrekord geknackt und auch in Österreich gab es im TV Topquoten. Viele meinten: Noch nie habe eine Mannschaft so überzeugt wie Spanien. Dazu kamen Top-Leistungen der Superstars wie Kylian Mbappé (F), Lionel Messi (Arg) und Erling Haaland (Nor), die beeindruckten. Die vielen fröhlichen und feiernden Fans aus allen Kontinenten sorgten in Amerika für Völkerverständigung und bewiesen: Fußball ist die wichtigste Nebensache der Welt. Überall fieberten die Menschen mit und die Welt lernte neue Länder und Kulturen kennen – und lieben: etwa die WM-Neulinge Kap Verde und Curaçao.
Auch Österreichs Ausgleichstreffer zum 3:3 gegen Algerien wird lange in Erinnerung bleiben. Pech für uns: Österreichs Niederlagen erfolgten gegen die späteren Finalisten Spanien und Argentinien.
Eindrucksvolle Glaubenszeugnisse
Für viele Christinnen und Christen waren die Glaubensbekundungen beeindruckend: Zahlreiche Spieler bekreuzigten sich, stellten sich zum Gebet zusammen, trugen unter dem Nationaltrikot Leiberl mit der Aufschrift „Jesus liebt dich“ oder gaben in Interviews offen Zeugnisse für Gott und Jesus.
Sepp Eppensteiner, Vorsitzender der Diözesansportgemeinschaft St. Pölten, erfreut: „Viele gläubige Sportler verstehen ihr Talent als Gabe Gottes und danken öffentlich dafür.“ Auch in Österreich habe es Kombinationen von Fußball und Religion gegeben, bei denen der „aufgelegte pastorale Elfer“ genutzt worden sei: etwa beim Public Viewing in einer Horner Kirche oder bei „Fußballgottesdiensten“ in Opponitz und Krems. Neben der fortschreitenden Kommerzialisierung kritisiert Eppensteiner auch, dass eine derart wichtige Veranstaltung zu Friedens-Appellen hätte führen müssen, die Kriege dieser Welt zu beenden. Davon sei kaum etwas zu hören gewesen, mit Ausnahme von Papst Leo XIV. Alles in allem sei es aber eine „fantastische WM“ gewesen, so Eppensteiner.
Auch Michael Semmelmeyer, Kapitän der österreichischen Priesternationalelf, zieht eine positive Bilanz: „Teams kämpften miteinander, Spieler beteten gemeinsam, Millionen schauten Fußball in Gemeinschaft, damit niemand alleine bleibt.“
Titel-Trainer betet jeden Tag
Zu einem absoluten Sympathieträger der WM wurde Luis de la Fuente. Der Nationaltrainer von Spanien hat seinen katholischen Glauben regelmäßig öffentlich thematisiert. Er wirbt dabei für einen selbstverständlichen und respektvollen Umgang mit religiösen Überzeugungen. Wie andere Weltanschauungen müsse auch der christliche Glaube ohne Vorbehalte öffentlich gelebt und ausgesprochen werden können, erklärte er mehrfach während der WM. Er habe den Eindruck, dass sich inzwischen wieder mehr Menschen trauten, offen zu ihrem religiösen Bekenntnis zu stehen. Luis de la Fuente betet jeden Tag, bittet Gott jedoch nicht um sportliche Siege oder Hilfe im Spiel.
Auch Ferran Torres, der im Finale das 1:0 gegen Argentinien erzielte, bekennt sich offen zum katholischen Glauben. Der Stürmer des FC Barcelona sagte nach dem Finale, der Treffer sei für ihn zweitrangig. Entscheidend sei, den WM-Pokal für die Menschen in Spanien gewonnen zu haben. Zugleich dankte er Gott für die Kraft, trotz der Kritik an seinen Leistungen während des Turniers weiterzumachen. „Gott gibt die Dinge dem, der sie am meisten verdient“, sagte Torres.
Die WM ist vorbei. Bleibt die Erkenntnis: Fußball bewegt die Welt – aber der Alltag lehrt uns: Es ist nur ein Spiel, es ist nur die wichtigste Nebensache der derWelt! W. Zarl
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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