Designierter Salesianerprovinzial über sein Faibel für Architektur
Das, wofür man brennt, gibt man gut weiter

Pater Siegi Kettner
  • Pater Siegi Kettner
  • Foto: Kathbild.at
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Pater Siegi Kettner aus Waidhofen an der Ybbs übernimmt am 15. August die Leitung der österreichischen Salesianerprovinz. Meist wirken die Nachfolger Don Boscos (1815-1888) in neueren Kirchenbauten, aber Pater Siegi „hat ein Faible für Gotteshäuser und deren Architektur aus der Romanik und Gotik, also aus dem Mittelalter“. Aber dieser gewisse Widerspruch sei kein Problem, lacht der 56-Jährige.

Schon als Kind haben den gebürtigen Ybbstaler his-torische Bauten fasziniert. „Und Waidhofen ist ja voll davon“, erzählt der Priester. Seine Leidenschaft teilt er mit dem jetzigen Stadtpfarrer, Dechant Herbert Döller. Schon als Schüler beschäftigte sich Siegi Kettner mit der Entstehung der Gotik und besuchte Wallfahrtsorte in Frankreich, die architekturhistorische Schätze bieten. Später organisierte Pater Siegi selbst viele Reisen für Jugendliche, etwa nach Rom oder Spanien, und dabei wurden viele Kirchen besichtigt.

Aber es geht dem Salesianer nicht nur um die Architektur. Kirche seien gut geeignet, um den Katechismus, das Leben und Wirken der Apostel sowie die Heilsgeschichte zu vermitteln. Anhand schön ausgestatteter Kirchen könne man viel erzählen, so der Pädagoge. „Das, wofür man brennt, kann man besonders gut weitergeben“, ist der Ordensmann überzeugt. Das trifft auch auf seine vorrangige Aufgabe zu: die Jugendseelsorge in der Spiritualität des Jugendpatrons Don Bosco. Kettners Ziel ist, „dazu beizutragen, dass das Leben junger Menschen gelingt“.

Der langjährige Direktor des Wiener Don Bosco-Hauses – die Jugendbildungsstätte der Salesianer – ist zwar kein ausgebildeter Kirchenführer, wird aber gerne beigezogen, wenn städtische Touristenführer in Wien ihre Prüfung ablegen. Die Expertise des Priesters bei Besichtigungstouren ist besonders bei theologischen Fragen begehrt. Als Theologe könne man zum Beispiel viel über die Bedeutung der christlichen Zahlensymbolik sagen. Viele geschichtliche Werke und Bücher zur Kunstgeschichte finden sich bei ihm, einiges davon auch auf dem Nachtkästchen. Freilich fehlt dem engagierten Seelsorger für die intensive Lektüre oftmals die Zeit.

Bei der Eröffnung der Salesianergasse in Waidhofen – der Orden hat dort eine wirkungsvolle Geschichte – überraschte Pater Siegi vor einigen Jahren sogar den Bürgermeister, der seine Magistratsstadt natürlich hervorragend kennt: Der künftige Salesianerprovinzial zeigte dem Politiker ein Marterl des heiligen Don Bosco, das der Bürgermeister noch nicht gekannt hat.

„Mein Hobby“ ist eine Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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