Die Glut der Götter
Kunst und Heilige

2Bilder

In der Jahresausstellung „In Feuer geboren“ befasst sich das Museum am Dom neben
der christlichen Bedeutung des Elements auch mit Sakralkunstwerken, die durch Feuer entstanden sind. Dazu gehören auch zahlreiche Darstellungen von Heiligen.

Heilige sind Menschen, die für ihren christlichen Glauben auch in schwierigen Zeiten eingestanden sind. Sie haben ihren Glauben trotz Widerständen verteidigt – und sich dabei oft im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur „die Finger verbrannt“.

Jede Heilige bzw. jeder Heilige ist immer mit einem oder mehreren Attributen dargestellt, an denen man sie oder ihn erkennen kann. Diese Gegenstände haben mit dem Leben der Heiligen zu tun – sehr häufig erzählen sie uns auch etwas über die Todesart des bzw. der Dargestellten; besonders dann, wenn es sich um eine Märtyrerin oder einen Märtyrer handelt. Feuer spielt auch hier eine wichtige, wenn auch grausame Rolle.

„Du armer Mensch, mir ist
dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“

Der im zweiten Jahrhundert lebende Diakon Laurentius wurde auf einem Eisenrost gegrillt – daher ist dieser neben einer Dalmatik sein Attribut. Laurentiusʼ letzte Worte sollen gewesen sein: „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“

Dem heiligen Veit wiederum trachtete man Anfang des 4. Jh. aufgrund seines Glaubens gleich mehrfach nach dem Leben. Zahlreiche Mordversuche überlebte er auf wundersame Weise. Auch als man ihn in einen über Feuer kochenden Kessel mit siedendem Öl warf, stieg er unversehrt daraus empor. Dieser grausame Mordversuch schlug sich auf seine Darstellungsweise nieder: Er ist meist in einem Kessel abgebildet.

Eine weibliche Heilige, die mit Feuer in Verbindung steht, ist die heilige Agatha: Sie lebte im 3. und beginnenden 4. Jh. in Sizilien und wurde nach ihrem Martyrium in Catania bestattet. An ihrem ersten Todestag wurde ein Lavastrom des nahen Ätna durch einen weißen Schleier, der sich aus ihrem Grab erhob, umgelenkt, sodass die Stadt verschont blieb. Der Überlieferung nach wurde dieser Schleier in den Jahrhunderten danach bei Prozessionen mehrmals vom Wind verweht und kündigte damit jedes Mal den nahen Ausbruch des Ätnas an.

Die nach dem hl. Antonius benannte Krankheit „Antoniusfeuer“ (heute: Ergotismus) verbreitete im Mittelalter Angst und Schrecken: Wie man erst später herausfand, handelte es sich dabei um eine Vergiftung mit Mutterkorn, einem Getreidepilz, an der zehntausende Menschen durch den Verzehr von kontaminiertem Brot starben. Der Name der Krankheit setzt sich einerseits aus den brennenden, tödlichen Schmerzen, andererseits aus dem Antoniterorden zusammen. Dieser war ein auf Antonius den Großen Bezug nehmender Hospitalsorden, der sich besonders der Behandlung von Seuchenkranken verschrieben hatte.

Patron der Feuerwehr: Der heilige Florian.

Der hl. Florian ist der wohl berühmteste St. Pöltner: Um das Jahr 300 lebte er als Verwaltungsbeamter in Aelium Cetium, wie die Stadt damals hieß. Im Jahr 304 erlitt er das Martyrium an der Enns im heutigen Oberösterreich und ist deshalb bis heute der Patron dieses Bundeslandes. Aber nicht nur: Florian ist auch der Patron der Feuerwehr und das, obwohl er mit Feuer eigentlich nichts zu tun hatte. Florian wurde in der Enns ertränkt und deshalb mit einem Eimer Wasser als Symbol für seinen Märtyrertod dargestellt. Später wurde dieser Eimer als Löschutensil umgedeutet und der hl. Florian zum Löschmeister unter den Heiligen. An seinem Bestattungsort wurde das heutige Augustiner Chorherrenstift St. Florian gegründet.

Dieser Orden lebt nach der Regel des hl. Augustinus, einem der bedeutendsten Kirchenlehrer. Auch Augustinus steht mit Feuer in Bezug: Als leidenschaftlicher Redner und Prediger ist er stets mit einem flammenden Herzen dargestellt. Von ihm stammt der Satz: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ Heilige sind uns bis heute auch darin ein Vorbild: Mit Leidenschaft, Mut und Überzeugung brannten sie – im übertragenen sowie manchmal auch wörtlichen Sinn – für den christlichen Glauben und gaben die hoffnungsvolle Botschaft des Christentums unerschrocken weiter.
Manuela Rechberger

Bilder von oben: Der hl. Augustinus, Ölgemälde aus 1740, ist ebenso im Besitz des Museums am Dom wie das um 1490 entstandene Bild darunter, das den hl. Laurentius zeigt.
 | Foto: Museum am Dom
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ