Musikfestival Musica Sacra
Erlesene Klänge in prächtigen Räumen

Blick in die Domkirche zu St. Pölten. | Foto: Diözese St. Pölten

Mit dem Eröffnungskonzert am 21. September 2025 startet das Festival „Musica Sacra“ – dieses Jahr zum zweiten Mal unter der Leitung von Domkapellmeister Valentin Kunert. Den besonderen Charme der nunmehr über 50 Jahre alten Kulturinstitution machen auch die verschiedenen Spielstätten aus, deren Vielfalt einen wertvollen Beitrag zu einem abwechslungsreichen Festivalprogramm leistet.

Klang und Raum – kaum sonst wo gehören diese beiden Komponenten so eng zusammen wie auf dem Feld der sakralen Musik. Ob Gregorianik, Chormotetten, Orchestermessen oder große Oratorien: Ihre Wirkung entfaltet sich besonders an jenen Orten, die seit jeher dem Gottesdienst geweiht sind. Das Festival „Musica Sacra“, das in diesem Jahr seine 52. Saison bestreitet, versucht von Beginn an, auch den Reichtum und die Schönheit der Sakralbauten des zentralen Niederösterreichs zu präsentieren und mit hochwertiger Kirchenmusik zu bespielen – ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit zwischen Diözese und den umliegenden Klöstern!
Zentrum und Angelpunkt des Festivals ist zugleich Zentrum und Angelpunkt unserer Diözese: der Dom zu St. Pölten. Seit langer Zeit wird hier das ganze Jahr über hochwertige Kirchenmusik geboten, so auch stets im Rahmen von „Musica Sacra“.

Ausgewogene Akustik
im Dom zu St. Pölten

Der Auftakt des diesjährigen Festivals stellt eine besondere, grenzübergreifende Kooperation dar: Die seit 35 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen St. Pölten und Brünn wird durch das gemeinsame Eröffnungskonzert der Brünner Philharmoniker und der Domkantorei St. Pölten gefeiert. Zwei Hauptwerke der Nationalkomponisten Österreichs und Tschechiens werden zu erleben sein: W. A. Mozarts legendenumranktes „Requiem“ und A. Dvořáks „Biblische Lieder“ für Alt-Solo und Orchester.

„Für mich ist es immer wieder ein besonderes und wunderbares Erlebnis, im St. Pöltner Dom musizieren zu dürfen. Die unglaublich ausgewogene Akustik mit ihrer Klarheit und Transparenz ist ein besonderes Geschenk“, schwärmt Domkapellmeister Kunert für seinen Arbeitsplatz.

Die Stifte in unserer Diözese – besondere Schmuckstücke unserer Heimat.

Zu den traditionellen Spielorten von „Musica Sacra“ gehören neben dem Dom zu St. Pölten die Stifte Herzogenburg und Lilienfeld. Die beiden Klostergebäude zählen beide zu den besonderen Schmuckstücken unserer Heimat und sind doch in ihrer Beschaffenheit sehr verschieden.

Das auf das 12. Jahrhundert zurückgehende Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg ist ein bedeutendes Beispiel barocker Baukunst. Im Gegensatz zu vielen anderen Klöstern, die ein Stückwerk aus mehreren Stilen bilden, wirkt Herzogenburg wie aus einem Guss. Die barocke Prachtentfaltung zeigt sich besonders in der Stiftskirche mit ihrer großen Kuppel, die Musikern und Zuhörern eine einzigartige Akustik schenkt. Regelmäßig – so auch immer im Rahmen von „Musica Sacra“ – erklingt die historische Hencke-Orgel, ein herausragendes Zeugnis der heimischen Orgelbaukunst des 18. Jahrhunderts und noch heute eine der bedeutendsten Orgeln des Landes.

Ganz anders, doch nicht weniger beeindruckend, erscheint das Zisterzienserstift Lilienfeld, deren gotische Stiftskirche das größte Kirchengebäude Niederösterreichs ist. Neben der Stiftskirche wird auch immer wieder das mittelalterliche Dormitorium für Konzerte genutzt. In diesem Jahr kommt die Raumvielfalt des Stiftes mit ihrem einzigartigen Flair in besonderer Weise durch ein Wandelkonzert zur Geltung.

Das renommierte Leipziger Vokalensemble amarcord wird an diesem Abend wandelnd durch das Stift singen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erwartet zunächst ein Renaissance-Programm; den zweiten Teil bestreitet es mit einem Liederabend um Franz Schubert im klanglich wie optisch beeindruckenden Dormitorium. „Eine musikalische Reise durch Raum, Zeit und Klang“, wie im Programmheft zum Festival zu lesen ist. Zwischen den beiden Konzerten erwartet die Besucher eine Erfrischung mit Wein und Brot.

Vom Lager zum Kulturjuwel

Zusätzlich zu den „Fixsternen“ von „Musica Sacra“ hat der musikalische Leiter Valentin Kunert seit letztem Jahr mit der Prandtauerkirche St. Pölten noch einen weiteren besonderen Sakralraum – mit einem eindrucksvollen Instrument – in das Festival miteinbezogen. Wenn man heute das Gebäude betritt, sieht man ihm die dunkle Vergangenheit gar nicht an: Mit der Aufhebung des zugehörigen Karmelitinnenklosters im Jahr 1784 profaniert, wurde es im Laufe der Zeit zum Militärlager umfunktioniert und dafür jegliches Kunstinventar entfernt. 1934 konnte das Gebäude im verwahrlosten Zustand von der Diözese übernommen und wieder als Kirchenraum genutzt werden.

Heute, nachdem in den letzten Jahren ein neuer Boden und ganz frisch zwei Seitenaltäre eingebaut wurden, erstrahlt sie in neuem Glanz. Heuer erklingt hier zum zweiten Mal im Rahmen von „Musica Sacra“ ein besonderes Instrument: die romantisch-symphonische Capek-Sauer-Orgel, die erst 2020 fertiggestellt wurde.
Im Konservatorium für

Kirchenmusik wird Kindern die Kirchenmusik zugänglich gemacht.

Zwar kein Sakralraum, aber doch eng mit dem Sakralen verbunden ist ein weiterer Spielort, der ebenfalls letztes Jahr neu hinzugetreten ist: Im Festsaal des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese wird nunmehr ein eigens für Kinder konzipiertes Musikvermittlungsprogramm angeboten, um auch die zukünftigen Generationen für die Kirchenmusik zu begeistern.
„Die Atmosphäre stimmt. Schon im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass sich der Festsaal des Konservatoriums sehr gut für das Format Kinder- und Familienkonzert eignet. Man fühlt sich wie in einem großen Wohnzimmer. Und bei wem steht zuhause schon eine große Orgel darin?“, so Valentin Kunert. Text: Felix Deinhofer

DAS PROGRAMM

21. 9., 18 Uhr, Dom St. Pölten: Konzert mit Tschechischem Philharmonie Brünn, Domkantorei St. Pölten.

27. 9., 18 Uhr, Prandtauerkirche St. Pölten: Konzert mit Andreas Boltz (Orgel), Sopranistin Maria Ladurner.

28. 9., 18 Uhr, Dom St. Pölten: Konzert mit Austrian Brass Consort.

4. 10., 18 Uhr, Dom St. Pölten: Konzert mit Naghash Ensemble of Armenia.

5. 10., 19.30 Uhr, Stift Lilienfeld: Wandelkonzert mit „amarcord“.

10. & 11. 10., jeweils im Festsaal des Konservatoriums: Theaterkonzerte für Kinder und Familien.

12. 10., 18.30 Uhr, Stiftskirche Herzogenburg: Konzert mit Regensburger Domspatzen.

Musikalisch gestaltete Gottesdienste
.
5. 10., 10.30 Uhr, Dom St. Pölten;
5. 10., 10 Uhr, Stiftskirche Herzogenburg;
12. 10., 10 Uhr, Stiftsbasilika Lilienfeld.

Tickets: www.close2fan.com; Buchhandlung Kral in St. Pölten; in den Klosterläden der Stifte Herzogenburg und Lilienfeld sowie an der Abendkassa.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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