Romero-Preisträger Luis Zambrano zu Gast in Seitenstetten
- Der Romero-Preisträger Luis Zambrano (links).
- Foto: kmb/seisofrei
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Seit 1981 vergeben die Katholische Männerbewegung Österreichs und Sei So Frei den nach dem Sozialkämpfer Oscar Romero benannten Romero-Preis. Er ist die wichtigste österreichische Auszeichnung für den Einsatz in den Bereichen Entwicklung und Menschenrechte in Afrika und Lateinamerika. Preisträger waren u.a. Bischof Erwin Kräutler, Waris Dirie, Günther Zgubic und Sr. Veronica Petri.
Heuer wird der renommierte Preis an den peruanischen Menschenrechtsaktivisten Luis Zambrano verliehen. Anlässlich der Preisverleihung produzierte der ORF eine Doku-Sendung über den Preisträger, welche bei der Preisverleihung erstmals gezeigt und am 21.12.25 im ORF ausgestrahlt wird.
Luis Zambrano, geboren 1946 in Peru, wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Nach Studien in Lima, Innsbruck und Tübingen blieb sein Herz stets bei den Menschen seiner Heimat. Als er 1982 als pastoraler Mitarbeiter an den Titicaca-See zurückkehrte, begann sein lebenslanger Einsatz für Randgruppen der Gesellschaft. Sein Wirken brachte ihn oft in Gefahr – in den 1980er-Jahren geriet er zwischen die Fronten der peruanischen Armee und Guerilla-Gruppen. Auf der Seite der Entrechteten klagte er die systematische Unterdrückung und Übergriffe an. Er wusste: Jedes Opfer der Gewalt hat eine Stimme verdient.
Auch gegen die allgegenwärtige Armut setzt sich Zambrano ein: „Ich will nicht nur über Gerechtigkeit sprechen. Ich will, dass Menschen sich gesehen fühlen.“ Deshalb baute er in Puno mit Unterstützung aus Österreich eine Obdachlosen- und Armenherberge auf. Er gründete das Menschenrechtsbüro FEDERH („Fe y derechos humanos“ – „Glauben und Menschenrechte“), deren Mitarbeiter sich für die Menschenrechte der armen Bevölkerung stark machen. „Die Menschen brauchen mehr als Suppe“, sagt Luis. „Sie brauchen Würde, Respekt und eine echte Perspektive.“ Sein unermüdlicher Einsatz für die für die unterdrückten Menschen im peruanischen Hochland brachte ihn oft in Gefahr. Nicht zuletzt im Januar 2023 als er sich erneut gegen staatliche Gewalt stellte: Bei friedlichen Protesten von Indigenen und Kleinbauern wurden wahllos Menschen erschossen. Zambrano machte diese Verbrechen international bekannt. Gemeinsam mit Sei So Frei und der Menschenrechtsorganisation FEDERH begleitet er die Hinterbliebenen der Opfer.
In seinen Gedichten bringt Luis Zambrano seine befreiungstheologische und indigene Prägung zum Ausdruck. Als Aktivist lebt er auch selbst, was er predigt. Sein Engagement ist ein lebendiges Zeugnis dafür, dass Gerechtigkeit keine abstrakte Idee ist – sondern eine Aufgabe, die Mut, Unbequemlichkeit und Ausdauer erfordert.
Sei So Frei und die Katholische Männerbewegung in der Steiermark begleiten und unterstützen seit vielen Jahren die Arbeit von Luis Zambrano. Für sein Wirken und seine Dienste wird dem Preisträger im Beisein des Grazer Diözesanbischofs Wilhelm Krautwaschl in einem Festakt der Preis überreicht.
Auch in der Diözese St. Pölten wird Luis Zambrano zu Gast sein: Am 21. November 2025 um 19:00 Uhr lädt die Katholische Männerbewegung ein, den außergewöhnlichen Priester und Kämpfer für Unterdrückte hautnah kennenzulernen. Die Veranstaltung mit Luis Zambrano findet im Bildungszentrum St. Benedikt (Promenade 13, 3353 Seitenstetten) statt.
kmb/seisofrei/red.
Autor:Matthias Wunder aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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