Pater Karl Wallner
Mission bedeutet Partnerschaft
- Pater Karl Wallner leitete seit 2016 Missio Österreich.
- Foto: zVg/Missio
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Zum Scheiden P. Karl Wallners als Direktor der Missio ziehen die Päpstlichen Missionswerke Bilanz. Zehn Jahre wirkte P. Wallner als Direktor und konnte in dieser Zeit viel für den Glauben und die Missio bewirken.
Mit 1. September folgt der Tiroler Priester Johannes Laichner als neuer „Missio“-Nationaldirektor auf P. Karl Wallner. Der Zistezsienserpater aus dem Stift Heiligenkreuz stand zehn Jahre an der Spitze der Päpstlichen Missionswerke in Österreich. In einer Aussendung hat Missio kürzlich das Wirken des scheidenden Nationaldirektors gewürdigt: Wallner habe Missio Österreich ein Jahrzehnt lang maßgeblich geprägt und dazu beigetragen, die Weltkirche für viele Menschen in Österreich näher und erfahrbarer zu machen, hieß es. Zugleich sei es unter seiner Leitung gelungen, immer mehr Menschen für die konkrete Hilfe an den Ärmsten der Armen zu gewinnen.
Wallner habe etwa einen zentralen Appell von Papst Franziskus konkret umgesetzt: Mission beginne mit dem Gebet und die Päpstlichen Missionswerke seien deshalb auch weit mehr als eine bloße Hilfsorganisation. Seit 2017 hätten sich demnach etwa mehr als 10.000 Beterinnen und Beter weltweit der Missio-Gebetsaktion „Gott kann“ angeschlossen. Seit 2020 werde zudem täglich die Messe aus der „Licht-der-Völker-Kapelle“ in der Wiener Nationaldirektion live im Internet übertragen.
Bilanz im Podcast „Orden on Air“
Im Podcast „Orden on Air“ der Österreichischen Ordenskonferenz zog Pater Karl Wallner Bilanz über seine Zeit im Dienst der Weltkirche. Dabei hob er unter anderem den lebendigen Glauben hervor, den er auf vielen Reisen in den Globalen Süden erleben durfte. Der Begriff „Mission“ werde heute oft kritisch betrachtet, räumte Wallner ein. Historische Fehlentwicklungen dürften nicht verschwiegen werden. Gleichzeitig plädierte er dafür, den Begriff neu zu verstehen. Mission bedeute heute nicht Bevormundung, sondern Partnerschaft.
Zu den eindrucksvollsten Erfahrungen zählen für Wallner die Begegnungen mit Christinnen und Christen in Afrika und Asien. Ob bei den Massai in Tansania, in den Christenvierteln von Lahore in Pakistan oder beim Besuch von Schulen und Pfarren: Überall erlebte er Menschen, die ihren Glauben mit großer Freude und unter oft schwierigen Bedingungen leben. Wallner nannte die große Freude am Glauben, die Wertschätzung der Sakramente und das starke Engagement der Laien als wertvolle Impulse für die Kirche in Europa. Besonders beeindruckten ihn die vielen Katechetinnen und Katecheten, die in den Gemeinden Verantwortung übernehmen und den Glauben weitergeben. Darin sieht er auch ein Zukunftsmodell für Europa.
Die Kirche in Afrika, Lateinamerika und Asien brauche nicht nur die Hilfe der wohlhabenden Länder, sondern gebe durch die Vermittlung von Hoffnung und Glaubensfreude auch sehr viel zurück, betonte Wallner: „Diese Kirche lebt aus einer Glaubensfreude, die einfach für uns auch therapeutisch ist.“
Als Ordensmann sah Wallner gerade in den Ordensgemeinschaften wichtige Hoffnungsträger für die Zukunft der Kirche. Ihre Stärke liege in ihrer Kontinuität, ihrer geistlichen Verwurzelung und ihrer Fähigkeit, langfristig Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig müssten Orden ihre Sendung immer wieder neu übersetzen.
Große Chancen sieht Wallner in der digitalen Kommunikation. Viele junge Ordensleute erreichten heute über soziale Medien Menschen, die mit Kirche sonst kaum in Berührung kommen: „Wir haben hier etwas, ein Instrument, das völlig neu ist: das mediale Wirken, auch die Katechese über die Medien.“
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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