Ostern
Die hochheilige Nacht: die Teile der Osternacht erklärt
- Anfang des "Exultet" im "Epistolarium et Evangeliarium" der Jakobikirche von 1386, heute Stadtbibliothek Lübeck.
- Foto: Stadtbibliothek Lübeck / Wikimedia Commons
- hochgeladen von Matthias Wunder
Welche Teile hat die Osternacht und wofür stehen diese? Eine kurze Erläuterung.
Der erste Teil der Osternacht ist dem Licht gewidmet. Vor der Kirche wird das bereits entzündete Osterfeuer gesegnet. Danach wird die Osterkerze in einem bestimmten Ritus bereitet: Mit dem Finger fährt der Priester die auf der Osternacht befindlichen Symbole nach. Kreuz, Jahreszahl, Alpha und Omega. Das Begleitgebet spricht vom Wesen Gottes, das Zeit und Ewigkeit überdauert. Dann drückt der Priester fünf Wachsnägel in die Kerzen, die für die fünf Wunden Jesu, die ihm am Kreuz beigebracht wurden, stehen. Mit dem Bekenntnis, dass Christus auferstanden und das Licht der Welt ist, entzündet der Priester die Osterkerze.
Gemeinsam ziehen Priester und Volk in die dunkle Kirche. Dreimal wird dabei „Lumen Christi – Deo gratias“ gesungen: „Christus, das Licht – Dank sei Gott“. Nach und nach erhalten Ministranten und Volk das Licht von der Osterkerze; ein Symbol, wie sich das Heil vom gekreuzigten und auferstandenen Christus verbreitet.
Wenn der Priester und die Ministranten im Altarraum angekommen sind, wird das Exsultet gesungen. Es ist einer der größten Hymnen der Christenheit, in der das Geheimnis der Osterzeit in poetischer Form wiedergegeben wird: Durch Adams Sünde wurden wir verdammt, durch Christi Tod erlöst, durch seine Auferstehung wurde auch uns die Gnade ewigen Lebens zuteil.
Im Wortgottesdienst werden mindestens drei Lesungen aus dem Alten Testament vorgetragen, in denen von der Schöpfung, der Rettung Israels, kurz: den machtvollen Taten Gottes die Rede ist. In der Epistel, der Brieflesung, fasst der Apostel Paulus nochmals das Heilsgeheimnis der Auferstehung zusammen. Das Evangelium berichtet dann von den ersten Zeugen der Auferstehung.
In der Tauffeier werden die Katechumenen, also erwachsene Taufwerber, getauft oder, wenn es solche nicht gibt, nur das Taufwasser geweiht, das dann für die Taufen in der Osterzeit verwendet wird. Nach der Allerheiligenlitanei wird die Osterkerze dreimal in das Wasser getaucht. Alle bekennen ihren Glauben und werden mit dem frisch geweihten Wasser besprengt, um an die Taufe jedes einzelnen zu erinnern und daran, dass uns in der Taufe Gottes Gnade zuteil wird.
In der Eucharistiefeier ist das, was uns im Laufe der Osternacht durch die Lesungen, Gebete, Hymnen, Lieder eindringlich ins Gedächtnis gerufen wird, dann tatsächlich auf dem Altar präsent: Das ganze Erlösungswerk Jesu Christi ist gegenwärtig in der Eucharistie.
Autor:Matthias Wunder aus Niederösterreich | Kirche bunt |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.