Theologie
In Wolken erhoben

Auf dem Gemälde "Die Himmelfahrt" von Rembrandt van Rijn (1606-1669), das in der Pinakothek in München zu sehen ist, wird Christus von einer Wolke aufgenommen. | Foto: Wikimedia Commons
  • Auf dem Gemälde "Die Himmelfahrt" von Rembrandt van Rijn (1606-1669), das in der Pinakothek in München zu sehen ist, wird Christus von einer Wolke aufgenommen.
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Christi Himmelfahrt gedenkt der Auffahrt Jesu Christi in den Himmel – von einer Wolke wurde er aufgenommen.
Was bedeutet dieses Bild der Wolke?

Es ist vor allem der Evangelist Lukas, der uns über die Himmelfahrt Christi berichtet. Am Beginn der Apostelgeschichte, die auch aus der Feder Lukas‘ stammt, schreibt er: „Als er (Jesus) das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.“ (Apg 1,9).
Jesu Auffahrt in den Himmel ging ein gemeinsames Mahl und ein Gespräch mit seinen Jüngern voraus.

In diesem verhieß er ihnen, bald den Heiligen Geist auf sie herabkommen zu lassen, damit sie Kraft haben, seine Zeugen zu sein „bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8). Als Christus in den Himmel aufgenommen war und die Jünger ihrem Erlöser nachblickten, erschienen ihnen zwei Engel, die ihnen sagten, dass er wiederkommen werde.

In der biblischen Sprache wird davon gesprochen, dass Christus von einer Wolke in den Himmel aufgenommen wurde. Was damals ein verständliches Bild war, entzieht sich uns heute, je wörtlicher wir es nehmen. Eine Wolke kann im biblischen Sinne die Gegenwart, Fürsorge und Allmacht Gottes bedeuten.

Eine Wolke zeigt Gottes Allmacht

So zeigt eine Wolke beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten den Israeliten an, wo sie ihr Lager aufschlagen sollen: „Jedes Mal, wenn sich die Wolke über dem Zelt erhob, brachen die Israeliten daraufhin auf, und wo sich die Wolke niederließ, dort schlugen die Israeliten ihr Lager auf“ (Num 9,17). Und als Jesus vor den Augen seiner Jünger verklärt wurde, „erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ (Lk 9,35).

Wenn Jesus in einer Wolke den Blicken seiner Jünger entzogen wird, bedeutet das, dass er in die Allmacht Gottes eingeht. Nicht eine räumliche Auffahrt in den Himmel, „über die Wolken“ ist gemeint, sondern der Eingang in die Domäne Gottes, in jenen Wirklichkeitsbereich, aus dem Gottes Stimme bei der Taufe Christi erscholl: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ (Mt 3,17).
Wenn wir am Hochfest „Christi Himmelfahrt“ das Lied „Ihr Christen, hoch erfreuet euch“ singen, machen wir uns bewusst, was die Himmelfahrt Christi auch für uns bedeutet: „Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert, lobsinget ihm.“

„Lass richten uns an deiner Seit, herrschen mit dir in Ewigkeit.“

Die Aufnahme Christi in den Himmel ist ein Triumph – Gott triumphiert über den Tod, über die Sünde. Aber es ist nicht nur Gott, der triumphiert. Indem Christus mit jenem Leib in den Himmel aufgenommen wird, der noch immer die Wundmale seines Leidens und Sterbens trägt, indem er also als Gott und als Mensch auffährt, triumphiert auch der Mensch. Der Kirchenvater Johannes von Damaskus schreibt, dass in der Himmelfahrt Christi auch „sein Fleisch mitverherrlicht ist“ – das Fleisch, das das Menschliche am Gott-Mensch Jesus Christus ist.

Gott lässt uns, den Menschen, also teilhaben: an seinem Leid, seinem Tod, aber auch an seiner Auferstehung und an seiner Himmelfahrt. So heißt es im Lied weiter: „Und wann dereinst du wiederkehrst, in Wolken richtend niederfährst, lass richten uns an deiner Seit, herrschen mit dir in Ewigkeit.“ Weil wir hineingenommen sind in die Himmelfahrt Christi, sind wir auch hineingenommen in sein Reich, seine Herrlichkeit in den Wolken.       
Matthias Wunder

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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